„Build relationships that matter. Better for you. Better for your organization.”

Nachdem wir im ersten Teil unserer Blogserie WOL die Methode WOL und die individuellen Vorteile vorgestellt haben, geht es im zweiten Teil nun um Unternehmen. Wie können Unternehmen von WOL profitieren und die Methode als Mittel einsetzen, um eine erfolgreiche Innovationskultur zu fördern?

Working Out Loud bedeutet, die eigene Arbeit öffentlich zu machen, mit anderen Kollegen in den Dialog zu kommen und Informationen über Fortschritte und Hürden auszutauschen. Je mehr Beteiligte, umso höher ist der Nutzen für Teams und das gesamte Unternehmen. Ziel ist es, die (digitale) Zusammenarbeit zu fördern und die Innovationskraft zu stärken.

Wer kann die Methode WOL nutzen?

Das Gute: Working Out Loud ist für alle geeignet. Sowohl große Unternehmen, als auch KMUs, Start-Ups, Schulen, Krankenhäuser und andere Organisationen können von der Methode profitieren. Um im digitalen Wandel nicht abgehängt zu werden, ist WOL ein unerlässliches Tool. Eine kollaborative und transparente Zusammenarbeit in Netzwerken ist einer der Schlüsselqualifikationen unserer neuen digitalen Arbeitswelt. Vielen Unternehmen fällt aber genau diese Umsetzung noch sehr schwer und das Potenzial von Networking wird nicht optimal genutzt.

Ein Blick über den Tellerrand hilft jahrelanges Silodenken zu überwinden. Vernetzte Mitarbeiter beeinflussen die Unternehmenskultur positiv. Anstatt starrer formaler Strukturen findet der Wissensaustausch informal und interdisziplinär über die Abteilungsgrenzen hinaus statt. Das fördert die Kollegialität und lässt Aufgaben und Probleme aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Innovationen und neue Arbeitsmethoden werden so automatisch vorangetrieben.

Mitarbeiter und Kollegen für WOL motivieren

Doch wie schafft man es, seine Mitarbeiter und Kollegen für WOL zu begeistern? Viele Menschen haben zunächst Vorbehalte, diese gilt es zu beseitigen. Kleine Circle ermutigen die Menschen, offen über ihre Arbeit zu reden, ohne Angst vor einem Wettbewerb untereinander. Der geschützte Rahmen der Circles soll Sicherheit und Vertrauen geben. Die Treffen können analog oder digital stattfinden und sich sowohl mit persönlichen als auch beruflichen Zielen beschäftigen. Dabei müssen die Teilnehmer keinesfalls im selben Bereich arbeiten oder die gleichen Ziele verfolgen. Im Gegenteil: Je heterogener die Gruppe, umso mehr kommen verschiedene Sichtweisen und Kontakte zusammen.

Wie ein offener Dialog Unternehmen voran bringt

Dass Working Out Loud erfolgreich in der Praxis funktioniert, zeigen Unternehmen wie Bosch, Siemens oder BMW. Christoph Kübel, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Robert Bosch GmbH ,beschreibt, dass WOL den Transformationsprozess von Bosch unterstützt: „Um die vernetzte Welt erfolgreich zu gestalten, müssen wir über jegliche Grenzen hinweg zusammenarbeiten, einander unterstützen und voneinander lernen. […] Die Working Out Loud Circle Methode bietet Mitarbeitern unabhängig von der Hierachieebene die Möglichkeit, vernetztes Arbeiten zu erleben und die eigenen Fähigkeiten darin auszubauen.“

Die Mitarbeiter von BMW haben die WOL Methode ausprobiert und darin einen Ansatz gefunden, der sich auf jegliche Projekte und Bereiche anwenden lässt. Die Idee begann mit ein paar Menschen, die ein funktionsübergreifendes Team bildeten. Ohne offizielle Genehmigung und ohne Budget testeten sie ihre Idee mit kleinen Experimenten und verbreiteten die Erfolge über soziale Netze, sowohl intern als auch extern. Sie nutzten das Feedback für Verbesserungen sowie um das Management zu überzeugen. Immer mehr Menschen werden beeinflusst und die Bewegung wächst stetig an.

Praxisbeispiel: Working Out Loud, um neue Mitarbeiter willkommen zu heißen

Jedes Unternehmen heißt seine Mitarbeiter unterschiedlich willkommen, meistens läuft es jedoch folgendermaßen ab: Als neuer Mitarbeiter durchläufst du einen Orientierungsprozess, der dich mit Regeln, Werten und Tools des Unternehmens vertraut macht. Du bekommst Zugangsdaten, einen Arbeitsplatz und lernst nach und nach die Menschen in deinem Team und deiner Abteilung kennen. Über die nächsten Jahre wirst du langsam ein Netzwerk aufbauen, das dich mit Wissen und Ressourcen versorgen kann. Was aber, wenn das Ganze viel schneller geht?

Die WOL Methode bildet Circles aus vier bis fünf Personen, die sich in verschiedene Abteilungen befinden können, je nach Prozess und Art der Verbindung, die entwickelt werden soll. Das Ziel aller neuen Mitarbeiter: Menschen in der neuen Organisation kennenlernen. Alle Gruppenmitglieder durchlaufen denselben Prozess, so entwickelt sich schnell ein vertrautes Gruppengefühl.

Während sich das Netzwerk Woche für Woche weiter ausbaut und die Beziehungen zu den Menschen in ihm vertieft, entwickeln sie eine neue Denkweise und neue Gewohnheiten: offenes, kooperatives Arbeiten. Ziel ist es, dass die Menschen für ihr nächstes Problem in der Lage sind die Menschen zu finden, die ihnen helfen können und mit denen sie Beziehungen aufbauen können. Diese Art der Einarbeitung von neuen Mitarbeitern erhöht das Engagement und die Konnektivität untereinander. Neue Mitarbeiter lernen durch die Peer-Support Gruppe.

Wer tiefer in das Thema WOL einsteigen will, sollte sich unbedingt den Podcast von t3n „Working Out Loud – Was steckt hinter dem Hype Begriff?“ anhören oder das Video zur Working Out Loud Konferenz bei Bosch ansehen.

Bereit? Um sofort loslegen zu können, solltest du zunächst kleine Schritte gehen und einen WOL Circle gründen. Wie genau ein WOL Circle abläuft, erklären wir in Teil 3 unserer Blogserie.

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