Beiträge

„Build relationships that matter. Better for you. Better for your organization.”

Den theoretischen Ablauf der WOL Methode findest du in Teil 1 und Teil 2 unserer Blogserie zum Thema Working Out Loud, nun geht es um die praktische Umsetzung.

Das Grundprinzip

Ein WOL Circle besteht aus einer Gruppe von 4-5 Personen, die sich mit 3 Kernfragen beschäftigt:

Was versuche ich zu erreichen? Wer steht mit meinem Ziel in Verbindung? Was kann ich dazu beitragen, um unsere Beziehung zu vertiefen? Über einen Zeitraum von 12 Wochen trifft sich dein Circle für eine Stunde pro Woche und orientiert sich an einem kurzen und einfachen Leitfaden. Du lernst, jede Woche kleine Schritte zu machen, um am Ende ein großes, vielfältiges Netzwerk zu haben, dass du auf verschiedene Ziele anwenden kannst.

Innerhalb deiner Gruppe werden alle Teilnehmer effektiver in ihrem Tun, helfen sich gegenseitig und motivieren einander. Es entstehen tiefe, sinnerfüllende Beziehungen, die Kompetenz, Innovation und Kollaboration vereinen. Jeder kann etwas Sinnvolles zu Debatten und Prozessen beitragen. Es zählt das WIR!

Get ready

Genug Theorie, jetzt geht es endlich los! Jeder Teilnehmer beginnt mit einem individuellen Ziel, das ihm wichtig ist. Der Circle Guide gibt Anweisungen, wie jede einzelne Woche ablaufen wird. Wichtig ist, dass alle Teilnehmer offen über Fortschritte und Hindernisse der Zielerreichung sprechen, nur so kann man sich gegenseitig helfen. Die 12 Wochen dienen als Guideline. Jede Woche kommst du deinem Ziel ein kleines Stück näher und bekommst von anderen Teilnehmern Feedback, aus dem du lernen kannst.

Ganz wichtig: Tu etwas! Es gibt niemanden der kontrolliert, wie du deine Übungen machst. Es liegt ganz allein bei dir. Wenn deine Motivation nachlässt oder du ein Treffen versäumst, dann nimm dir weniger vor und mach kleinere Schritte. Das ist besser als ganz aufzuhören. Außerdem kannst du deinen Circle jederzeit um Hilfe bitten. Großzügig helfen und sich gegenseitig vertrauen sind die Schlüssel zum Erfolg.

12 Wochen im Überblick

Woche 1: Aufmerksamkeit schärfen

Nach dem ersten gemeinsamen kennenlernen, wählt jeder Teilnehmer sein individuelles Ziel aus. Um deinem persönlichen Ziel näher zu kommen, erstellst du zunächst eine Liste von Personen, die in Verbindung mit deinem Ziel stehen.

Woche 2: Beiträge anbieten

Gehe deine List aufmerksam durch und erstelle kleine Beiträge für die Personen auf deiner Liste. Dadurch wirst du die Beziehung vertiefen.

Woche 3: Mache drei kleine Schritte

Passe dein Zeitmanagement an, füge weitere Kontakte zu deiner Beziehungsliste hinzu und gestalte eine andere Art von Beiträgen. So kannst du deine Praxis festigen.

Woche 4: Aufmerksamkeit gewinnen

In dieser Woche lernst du, wie du deine Beiträge persönlicher und wertvoller gestaltest. Du übst, wie du Nachrichten verfasst und auf Menschen zugehen kannst.

Woche 5: Verstehe deine Persönlichkeit

Anstatt in eingeschränkten Rahmen zu denken lernst du in dieser Woche, was das Spektrum deiner Persönlichkeit zu bieten hat. Das, was dich ausmacht, wird die Basis für eine sinnvolle Verbindung zu anderen.

Woche 6: Sichtbar werden

Bist du sichtbar? Ist deine Arbeit sichtbar? In dieser Woche lernst du, wie du deine Online Präsenz verbessern kannst, sodass andere dich finden können. Das erhöht deine Chancen, Kontakte zu knüpfen.

Woche 7: Zielgerichtet arbeiten

In dieser Woche wirst du einen Brief an dich selbst schreiben, geschrieben von deinem zukünftigen Ich. Durch die Formulierung einer langfristigen Vision wird dein Ziel realer.

Woche 8: Routine entwickeln

Du lernst, wie deine neuen Gewohnheiten zum Alltag werden und dich immer weniger Mühe kosten. Zudem übst du, wie du mit Schwierigkeiten und Hürden umgehen kannst.

Woche 9: Eigenständige Beiträge

Du bist nun an einem Punkt angekommen, an dem du die Bandbreite deiner Beiträge erweitern kannst. Du wirst mehr von deiner Arbeit und deinen Gedanken sichtbar machen und so einen weiteren Schritt in Richtung deines Ziels machen.

Woche 10: Systematisch arbeiten

In Woche 10 lernst du, mit zwei leichten Systemen umzugehen, die dir helfen, Dinge einfacher zu machen. Zum einen lernst du neue Beiträge zu identifizieren, zum anderen wie du deine Beziehungsliste besser verwaltest.

Woche 11: Fokus erweitern

Bisher hast du deinen Fokus auf individuelle Beiträge und Verbindungen gelegt. Jetzt geht es darum ein Gespür zu entwickeln für das, was möglich ist. Dein Netzwerk wird umfassender und du musst dir deiner Rolle darin bewusst werden.

Woche 12: Reflektieren und feiern

12 Wochen sind vorbei und du hast einiges erreicht. Das Ende dieses Circles stellt gleichzeitig einen neuen Anfang dar. Was hast du Neues gelernt? Was kann in der Zukunft noch kommen? Feiert euer letztes Treffen gemeinsam.

Neugierig geworden?

Alle wichtigen Informationen zu WOL findest du hier. Wenn du bei einem Circle selbst teilnehmen willst, dann informiere dich beispielsweise auf Facebook oder LinkedIn über Treffen in deiner Nähe. In Zukunft wird es auch bei uns WOL Circle geben, nähere Informationen dazu folgen noch.

„Build relationships that matter. Better for you. Better for your organization.”

Nachdem wir im ersten Teil unserer Blogserie WOL die Methode WOL und die individuellen Vorteile vorgestellt haben, geht es im zweiten Teil nun um Unternehmen. Wie können Unternehmen von WOL profitieren und die Methode als Mittel einsetzen, um eine erfolgreiche Innovationskultur zu fördern?

Working Out Loud bedeutet, die eigene Arbeit öffentlich zu machen, mit anderen Kollegen in den Dialog zu kommen und Informationen über Fortschritte und Hürden auszutauschen. Je mehr Beteiligte, umso höher ist der Nutzen für Teams und das gesamte Unternehmen. Ziel ist es, die (digitale) Zusammenarbeit zu fördern und die Innovationskraft zu stärken.

Wer kann die Methode WOL nutzen?

Das Gute: Working Out Loud ist für alle geeignet. Sowohl große Unternehmen, als auch KMUs, Start-Ups, Schulen, Krankenhäuser und andere Organisationen können von der Methode profitieren. Um im digitalen Wandel nicht abgehängt zu werden, ist WOL ein unerlässliches Tool. Eine kollaborative und transparente Zusammenarbeit in Netzwerken ist einer der Schlüsselqualifikationen unserer neuen digitalen Arbeitswelt. Vielen Unternehmen fällt aber genau diese Umsetzung noch sehr schwer und das Potenzial von Networking wird nicht optimal genutzt.

Ein Blick über den Tellerrand hilft jahrelanges Silodenken zu überwinden. Vernetzte Mitarbeiter beeinflussen die Unternehmenskultur positiv. Anstatt starrer formaler Strukturen findet der Wissensaustausch informal und interdisziplinär über die Abteilungsgrenzen hinaus statt. Das fördert die Kollegialität und lässt Aufgaben und Probleme aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Innovationen und neue Arbeitsmethoden werden so automatisch vorangetrieben.

Mitarbeiter und Kollegen für WOL motivieren

Doch wie schafft man es, seine Mitarbeiter und Kollegen für WOL zu begeistern? Viele Menschen haben zunächst Vorbehalte, diese gilt es zu beseitigen. Kleine Circle ermutigen die Menschen, offen über ihre Arbeit zu reden, ohne Angst vor einem Wettbewerb untereinander. Der geschützte Rahmen der Circles soll Sicherheit und Vertrauen geben. Die Treffen können analog oder digital stattfinden und sich sowohl mit persönlichen als auch beruflichen Zielen beschäftigen. Dabei müssen die Teilnehmer keinesfalls im selben Bereich arbeiten oder die gleichen Ziele verfolgen. Im Gegenteil: Je heterogener die Gruppe, umso mehr kommen verschiedene Sichtweisen und Kontakte zusammen.

Wie ein offener Dialog Unternehmen voran bringt

Dass Working Out Loud erfolgreich in der Praxis funktioniert, zeigen Unternehmen wie Bosch, Siemens oder BMW. Christoph Kübel, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Robert Bosch GmbH ,beschreibt, dass WOL den Transformationsprozess von Bosch unterstützt: „Um die vernetzte Welt erfolgreich zu gestalten, müssen wir über jegliche Grenzen hinweg zusammenarbeiten, einander unterstützen und voneinander lernen. […] Die Working Out Loud Circle Methode bietet Mitarbeitern unabhängig von der Hierachieebene die Möglichkeit, vernetztes Arbeiten zu erleben und die eigenen Fähigkeiten darin auszubauen.“

Die Mitarbeiter von BMW haben die WOL Methode ausprobiert und darin einen Ansatz gefunden, der sich auf jegliche Projekte und Bereiche anwenden lässt. Die Idee begann mit ein paar Menschen, die ein funktionsübergreifendes Team bildeten. Ohne offizielle Genehmigung und ohne Budget testeten sie ihre Idee mit kleinen Experimenten und verbreiteten die Erfolge über soziale Netze, sowohl intern als auch extern. Sie nutzten das Feedback für Verbesserungen sowie um das Management zu überzeugen. Immer mehr Menschen werden beeinflusst und die Bewegung wächst stetig an.

Praxisbeispiel: Working Out Loud, um neue Mitarbeiter willkommen zu heißen

Jedes Unternehmen heißt seine Mitarbeiter unterschiedlich willkommen, meistens läuft es jedoch folgendermaßen ab: Als neuer Mitarbeiter durchläufst du einen Orientierungsprozess, der dich mit Regeln, Werten und Tools des Unternehmens vertraut macht. Du bekommst Zugangsdaten, einen Arbeitsplatz und lernst nach und nach die Menschen in deinem Team und deiner Abteilung kennen. Über die nächsten Jahre wirst du langsam ein Netzwerk aufbauen, das dich mit Wissen und Ressourcen versorgen kann. Was aber, wenn das Ganze viel schneller geht?

Die WOL Methode bildet Circles aus vier bis fünf Personen, die sich in verschiedene Abteilungen befinden können, je nach Prozess und Art der Verbindung, die entwickelt werden soll. Das Ziel aller neuen Mitarbeiter: Menschen in der neuen Organisation kennenlernen. Alle Gruppenmitglieder durchlaufen denselben Prozess, so entwickelt sich schnell ein vertrautes Gruppengefühl.

Während sich das Netzwerk Woche für Woche weiter ausbaut und die Beziehungen zu den Menschen in ihm vertieft, entwickeln sie eine neue Denkweise und neue Gewohnheiten: offenes, kooperatives Arbeiten. Ziel ist es, dass die Menschen für ihr nächstes Problem in der Lage sind die Menschen zu finden, die ihnen helfen können und mit denen sie Beziehungen aufbauen können. Diese Art der Einarbeitung von neuen Mitarbeitern erhöht das Engagement und die Konnektivität untereinander. Neue Mitarbeiter lernen durch die Peer-Support Gruppe.

Wer tiefer in das Thema WOL einsteigen will, sollte sich unbedingt den Podcast von t3n „Working Out Loud – Was steckt hinter dem Hype Begriff?“ anhören oder das Video zur Working Out Loud Konferenz bei Bosch ansehen.

Bereit? Um sofort loslegen zu können, solltest du zunächst kleine Schritte gehen und einen WOL Circle gründen. Wie genau ein WOL Circle abläuft, erklären wir in Teil 3 unserer Blogserie.

„Build relationships that matter. Better for you. Better for your organization.”

So lautet das Motto der aktuell weit verbreiteten „Working Out Loud (WOL) ” Methode, die von John Stepper entwickelt wurde. In über 40 Ländern und großen Unternehmen wie Bosch, Siemens und BMW hat WOL bereits Anklang gefunden.

Doch was genau verbirgt sich hinter dem Namen und was bewirkt WOL?

Working Out Loud setzt auf Beziehungen, die dir dabei helfen, deine Ziele zu erreichen und deine Fähigkeiten zu verbessern. Denn: Gemeinsam ist man besser. In der heutigen Zeit geht es nicht darum, allein so gut wie möglich zu performen. Vielmehr geht es um den Sharing Gedanken. Wir teilen unser Wissen, unsere Fragen und unsere Probleme und können von der Gemeinschaft profitieren. Ähnlich funktionieren die Formate Open Spaces oder Unkonferenzen.

„Laut arbeiten“ meint in diesem Zusammenhang „offenes arbeiten“. Wenn Menschen anfangen diese Methode umzusetzen, wird ihre Arbeit effektiver, sinngebender und erfüllender. Die gesamte Arbeitskultur wird offener und gemeinschaftlicher.

Wie kann ich WOL für mich sowie mein Unternehmen erfolgreich nutzen? In unserer dreigeteilten Blogserie verraten wir dir genau das! Außerdem empfehlen wir den TED Talk von John Stepper. Dort beschreibt Stepper, wie du deine Karriere vorantreiben und deinen Alltag positiv verändern kannst.

Teil 1 – Mache deine Arbeit sichtbar

WOD ist sowohl eine Lebenseinstellung, als auch eine praktische Methode, um unseren Alltag zu verändern. Wir lernen Beziehungen aufzubauen, die uns helfen, unsere Ziele zu erreichen. Durch Vertrauen und Verbundenheit entsteht eine harmonische Community mit mehr Wissen und mehr Möglichkeiten. Unsere Zusammenarbeit wird agiler und innovativer. Es geht nicht um das bloße Geben und Nehmen in einem großen Netzwerk. Durch das Teilen von Beiträgen aus unserer eigenen Arbeit und unseren eigenen Erfahrungen, werden wir für eine großes Umfeld sichtbar.

Diese Kerngedanken orientieren sich an fünf Prinzipien, die Stepper entwickelt hat. Die Devise lautet: Combine those elements like a superpower!

  • Beziehungen (Relationships)

    • Der Weg zum Wissen führt über die Gemeinschaft. Jeder trägt etwas Sinnvolles bei und baut dadurch nachhaltige Beziehungen zu anderen auf, die helfen können, Ziele zu erreichen, Probleme zu lösen und Fähigkeiten zu verbessern.
  • Großzügigkeit (Generosity)

    • Ziel ist es, ein starkes und nachhaltiges Netzwerk aufzubauen. Jeder teilt sein Wissen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
  • Sichtbare Arbeit (Visible Work)

    • Die eigene Arbeit sichtbar machen und somit einen wertvollen Beitrag für die Community zu leisten.
  • Zielgerichtetes Entdecken (Purposeful Discovery)

    • Du hast ein individuelles Ziel vor Augen und richtest deine Aktivitäten darauf aus, dieses Ziel zu erreichen. Welche Ressourcen brauchst du dafür? Wie kannst du dem Ziel näherkommen und kontinuierlich dabei lernen?
  • Wachstumsorientiertes Denken (Growth Mindset)

    • Lerne, immer offen und neugierig an Dinge heranzugehen und die unendlichen Möglichkeiten zu entdecken, die dich deinem Ziel näherbringen können.

Diese Prinzipien bilden nun den Ausgangspunkt für die WOL Circles – kleine Gruppen von vier bis fünf Personen, die sich 12 Wochen lang für je eine Stunde pro Woche treffen und gemeinsam die Ziele der Teilnehmer erarbeiten.

Du solltest dir zu Beginn folgende Fragen stellen:

Was versuche ich zu erreichen? Wer steht mit meinem Ziel in Verbindung? Wie kann ich dazu beitragen, unsere Beziehung zu vertiefen?

Es spielt dabei keine Rolle, ob dein Ziel privater oder beruflicher Natur ist. Während der Circles wirst du effektiv arbeiten können. Du hast Zugang zu einer Community, die dich mit Input und Möglichkeiten versorgen kann. Jede Woche geht es darum, neue Übungen auszuprobieren, die dich deinem Ziel näherbringen. Während du beispielsweise in einer Woche lernst, wie du sichtbarer wirst, lernst du in der nächsten Woche, wie du sinnvoll Beiträge in das Netzwerk einbringen kannst.

What’s in it for me?

Die WOL Circles bieten die die Möglichkeit Neues auszuprobieren und sich mit einer klaren Zielorientierung beruflich und privat weiterzuentwickeln. Das Ganze findet in einem geschützten Rahmen innerhalb eines stabilen und persönlichen Netzwerkes, mit Wertschätzung und Respekt füreinander, statt. Dadurch werden Beziehungen nachhaltig intensiviert. Die Treffen dauern nur eine Stunde, wodurch sie leicht in deinen Zeitplan zu integrieren sind. Du lernst, wie du deine Ziele schneller erreichen und dich dabei selbst im digitalen und vernetzten Arbeiten befähigen kannst, indem du digitale Medien nutzt.

Und, neugierig geworden?

Im zweiten Teil unserer Blogserie erfährst du, wie du WOL im Unternehmen zum Aufbau einer erfolgreichen Innovationskultur nutzen kannst.
Du willst wissen, wie genau ein WOL Circle abläuft? Dazu mehr in Teil 3 – Hands on: der WOL Circle.

Diese Frage hat sich jeder schon unzählige Male gestellt, egal, ob bei der Bewerberansprache oder der Kommunikation auf dem eigenen Blog oder der Website. Während es im Englischen nur das „you“ gibt, stellt sich bei der deutschen Sprache die Frage: „Du“ oder „Sie“? Ob gesiezt oder geduzt wird, hat Auswirkungen darauf, wie Menschen eine Botschaft wahrnehmen – ein zweischneidiges Schwert zwischen zu salopp und zu business. Deshalb solltest du dir vorher genaue Gedanken darüber machen, welchen Ton du treffen und welche Botschaft du transportieren willst.

Die Ansprache bei Stellenanzeigen

Die Studie von Wirtschaftspsychologe Uwe Kanning und HR-Beraterin Sarah Winkelmann mit 297 Probanden hat ergeben, dass die Art der Ansprache per „Du“ oder „Sie“ Auswirkungen darauf hat, wie ein Unternehmen von außen wahrgenommen wird. Laut den Probanden wirken Unternehmen, die in einer Stellenanzeige duzen, modern, mitarbeiterorientiert und sympathisch. Im Gegensatz hierzu wird das Siezen in einer Stellenanzeige mit einem fordernden Arbeitgeber, komplexen Aufgaben und hoher Leistungsfähigkeit assoziiert. Wenn sich die Studienteilnehmer entscheiden müssten, welche Ansprache ihnen lieber ist, so präferierte nur die Hälfte das „Du“, auch wenn das Durchschnittsalter bei 25 Jahren lag.

Duzen oder Siezen auf der Website und dem Blog

Die Anrede im Internet gehört zu den ersten Eindrücken, die der Nutzer über deine Website gewinnt. Zunächst muss festgelegt werden, wer man selbst sein will. Ein externer Berater, der einen distanzierten Kontakt zum Nutzer pflegt? Oder eher ein Praktiker auf Augenhöhe, der nahbar und sympathisch wirkt? Duzen oder Siezen ist vor allem eine Frage des Selbstverständnisses. Außerdem ist die Zielgruppe entscheidend. Wer soll angesprochen werden? Welche Art von Menschen wird auf der Website oder dem Blog landen? Und wie kann man sie am besten erreichen?

Was bedeutet das jetzt genau?

Am wichtigsten ist es authentisch zu bleiben und eine Atmosphäre zu kreieren, in der sich ein (potenzieller) Nutzer wohl fühlt. Geht es um formale Angelegenheiten, dann ist vermutlich das „Sie“ angebracht. Wenn es eher um eine kreative und moderne Atmosphäre, die Zusammenarbeit im Team und kein abgehobenes Expertenwissen geht, dann ist das „Du“ die bessere Alternative. Wichtig ist, dass die Ansprache konsequent auf allen Kanälen durchgehalten wird und nicht zwischen duzen und siezen gewechselt wird. Die goldene Grundregel: sei einfach Du selbst!

Wir haben uns auf der Seite der Digitalwerkstatt für das „Du“ entschieden, weil wir auf Augenhöhe kommunizieren und ein freundliches Umfeld schaffen wollen. Professionalität steht zu 100% im Vordergrund, aber auf eine neue und innovative Art, weg von der alten Schule.

Jetzt weiß ich, was ich will!

Ich bin Melanie Zucker! Als Visual Business Coach unterstütze ich Frauen in Führungsrollen, ihre persönliche Vision sprichwörtlich zu „sehen“, mit Stift und Papier festzuhalten, und im Alltag umzusetzen. Ganzheitlich, visuell und nachhaltig.

Wer schon mal in einem Vortrag oder Workshop das Vergnügen hatte, neben Melanie zu sitzen, der ist schon nach kurzer Zeit nicht mehr sicher, auf was er sich mehr konzentrieren soll – den eigentlichen Inhalt oder Melanie’s Mitschrift. Ohne Vorbereitung und tiefere Infos schafft sie es, am Ende ein sauber strukturiertes DIN A 4 Blatt zu haben und alle Informationen in Wort & Bild so miteinander zu verknüpfen, dass es einen logischen Zusammenhang ergibt.

Aus der Begeisterung heraus habe ich Melanie angesprochen, ob sie nicht mal Lust hat, in der Digitalworkshop ein Workshop Setting zu machen. Im Mai war es dann soweit und im Rahmen des Digital Detox Talks hat sie einen „Schnelldurchlauf“ im Visual Storytelling angeboten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren absolut begeistert und deshalb gibt es jetzt einen etwas breiter aufgestellten Ganztages-Workshop „Visual Storytelling – Erzähle deine Geschichte mit Papier und Stift“, in dem mehr Raum für Individualität und Übung ist.

Während der Vorbereitung hatte ich Gelegenheit, Melanie ein paar Fragen zu stellen.

Melanie, warum eigentlich „Visual Storytelling“? 

Die Fähigkeit, auch komplexe Sachverhalte oder Emotionen schnell und einfach z.B. in einem Workshop zu visualisieren, ist eine der Kernkompetenzen für die Zukunft. Meine Erfahrung zeigt, dass man damit so viel schneller ans Ziel kommt, weil Bilder Inhalte viel schneller als Worte transportieren können. Zudem fördern sie ein gemeinsames Verständnis und es ist immer wieder verblüffend, wie klar manche Dinge werden, wenn man sie erstmal aufgemalt hat. Da fällt es einem oft wie Schuppen von den Augen und man fragt sich, was daran vorher so kompliziert war, zu verstehen. Als Führungskraft habe ich oft erlebt, dass Themen monatelang diskutiert wurden – und letztendlich konnte mit Hilfe einer einfachen Zeichnung das Problem innerhalb von 30 Minuten geklärt werden.

Ein für mich weiterer wichtiger Punkt ist auch die Nachhaltigkeit von Bildern. Das Hirn speichert Bilderwelten viel besser ab und kann sich diese viel schneller und leichter wieder holen. Das fördert auch im Nachgang eines Gesprächs oder Workshops das gemeinsame Verständnis und die Tatsache, im wahrsten Sinne des Wortes „das gleiche Bild vor Augen zu haben“.

Und last but not least ist es einfach sehr individuell und man kann damit punkten – egal, ob man es mit Trainings oder Workshops zu tun hat. Ob jemand als Beraterin, Führungs- oder Fachkraft arbeitet: schön gestaltete Flip-Charts sind ein Markenzeichen und man bleibt leichter im Gedächtnis.

Storytelling ist aktuell in aller Munde – gehört es zu den neuen Kompetenzen im Business?

Aus meiner Sicht: ja! Durch die Hirnforschung ist belegt, dass Informationen besser und nachhaltiger verarbeitet werden, wenn sie mittels Geschichten und Bildern kommuniziert werden.

Gerade komplexe Sachverhalte im Business lassen sich oft sehr gut mit einem treffenden Bild oder einer aussagekräftigen Graphik auf die wesentlichen Punkte herunterbrechen.

Zudem wecken Bilder Emotionen beim Betrachter und knüpfen so an bereits bekanntes an. Die Botschaft kommt wirkungsvoller an als reiner Text.

Was ist das Besondere an diesem Workshop?

Zum einen werden wir das Handwerkszeug des Visualisierens kennenlernen, doch der Schwerpunkt liegt in der praktischen Anwendung dessen auf eine persönliche Geschichte mit einer Hauptfigur, unserem „Helden“.

Mir ist dabei wichtig, dass die Teilnehmer ein eigenes Thema mitbringen, das sie im Laufe des Tages mit einer visuellen Geschichte bearbeiten d.h. diese mittels einfachen Symbolen und Bildern zeichnen & erzählen. Der Held kann hierbei eine reale Figur sein, oder eine fiktive. Selbst Bäume und Schmetterlinge können Helden mit außergewöhnlichen Talenten sein – manchmal hilft gerade ein völlig abstruser Kontext, eine neue Perspektive, um die wesentlichen Aspekte herauszuarbeiten.

Ich lege besonderen Wert auf Selbstreflexion der Teilnehmer – aus meiner Sicht generell eine wertvolle Fähigkeit – und den gegenseitigen Austausch in der Kleingruppe. Durch die eigenen Erfahrungen und das Feedback der Gruppe entwickelt jeder Teilnehmer nicht nur seine persönliche Bildsprache, sondern erkennt auch die wesentlichen Aspekte seines mitgebrachten Themas sowie seine individuellen Lernfelder.

Was ist, wenn ein Teilnehmer kein eigenes Thema hat und einfach „nur“ Interesse an der Kunst der Visualisierung hat – ist er dann in dem Workshop überhaupt richtig?

Die Verbindung von Visualisierung & Storytelling ist das Herzstück dieses praxisnahen Workshops. Wir werden den ganzen Tag viel viel am Flipchart üben – doch eine gute Portion Neugier, Experimentierfreude und vor allem die Bereitschaft, sich auf diese Verbindung aktiv einzulassen ist Voraussetzung für ein einzigartiges Workshop-Erlebnis.

Ein eigenes Thema kann übrigens sehr vielfältig sein – hat nicht jeder etwas Interessantes zu erzählen? Etwas, auf das er so richtig stolz ist? Wo will jemand hin, wo kommt er her? Ich finde ja solche Geschichten irre spannend!

Daher lade ich den Teilnehmer ein, dem Prozess zu vertrauen, welche Geschichte mit Stift & Papier erzählt werden möchte – und selbstverständlich unterstütze ich bei der Ideenfindung während des Workshops.

Gerne beantworte ich weitere Fragen vorab auch per email: info@melaniezucker.com

Ich kann ja überhaupt nicht zeichnen…ist Zeichnen eine Voraussetzung, um am Workshop teilzunehmen?

Aus Erfahrung kann ich sagen: jeder kann zeichnen – und es kommt nicht darauf an, sich auf künstlerisch hohem Niveau zu verausgaben! Vielmehr: Neugierde & Spaß, etwas Neues auszuprobieren.

Und dann muss man wirklich sagen: es gibt ein paar grundlegende Techniken und Möglichkeiten, die man kennen muss und weiß, wie man sie einsetzt. Wir haben ganz viel Zeit zum Üben und Ausprobieren.

Ich staune immer wieder, was am Ende des Tages für herrlich visualisierte Geschichten und Aha-Erlebnisse für jeden einzelnen Teilnehmer entstehen.

Dein Motto lautet „Mit Vision leichter führen.“ – was genau heißt das?

Ich stelle immer wieder fest, dass viele Menschen mit den vielfältigen Angeboten, Möglichkeiten und Veränderungen, die uns tagtäglich begegnen, überfordert sind oder sich darin verlieren, oder letztendlich feststecken. Manchmal

Eine klare Vision zu haben bedeutet für mich, dass ich absolute Klarheit darüber habe, was mir wichtig ist, was ich in verschiedenen Lebensbereichen erreichen möchte und wie ich handeln möchte. Typischerweise sind dies Bereiche wie Beruf, Beziehung, Familie, Geld, Gesundheit.

Dadurch gewinne ich an Orientierung, Selbstsicherheit und Leichtigkeit in allem was ich tue, und kann so mich selbst leichter führen und auch andere.

Und zu guter Letzt: was müssen die Teilnehmer zum Workshop mitbringen?

Eigentlich nur gute Laune, Neugier und die Lust auf Neues! Getränke, Snacks und Materialien werden zur Verfügung gestellt.

„Build relationships that matter. Better for you. Better for your organization.”

Den theoretischen Ablauf der WOL Methode findest du in Teil 1 und Teil 2 unserer Blogserie zum Thema Working Out Loud, nun geht es um die praktische Umsetzung.

Das Grundprinzip

Ein WOL Circle besteht aus einer Gruppe von 4-5 Personen, die sich mit 3 Kernfragen beschäftigt:

Was versuche ich zu erreichen? Wer steht mit meinem Ziel in Verbindung? Was kann ich dazu beitragen, um unsere Beziehung zu vertiefen? Über einen Zeitraum von 12 Wochen trifft sich dein Circle für eine Stunde pro Woche und orientiert sich an einem kurzen und einfachen Leitfaden. Du lernst, jede Woche kleine Schritte zu machen, um am Ende ein großes, vielfältiges Netzwerk zu haben, dass du auf verschiedene Ziele anwenden kannst.

Innerhalb deiner Gruppe werden alle Teilnehmer effektiver in ihrem Tun, helfen sich gegenseitig und motivieren einander. Es entstehen tiefe, sinnerfüllende Beziehungen, die Kompetenz, Innovation und Kollaboration vereinen. Jeder kann etwas Sinnvolles zu Debatten und Prozessen beitragen. Es zählt das WIR!

Get ready

Genug Theorie, jetzt geht es endlich los! Jeder Teilnehmer beginnt mit einem individuellen Ziel, das ihm wichtig ist. Der Circle Guide gibt Anweisungen, wie jede einzelne Woche ablaufen wird. Wichtig ist, dass alle Teilnehmer offen über Fortschritte und Hindernisse der Zielerreichung sprechen, nur so kann man sich gegenseitig helfen. Die 12 Wochen dienen als Guideline. Jede Woche kommst du deinem Ziel ein kleines Stück näher und bekommst von anderen Teilnehmern Feedback, aus dem du lernen kannst.

Ganz wichtig: Tu etwas! Es gibt niemanden der kontrolliert, wie du deine Übungen machst. Es liegt ganz allein bei dir. Wenn deine Motivation nachlässt oder du ein Treffen versäumst, dann nimm dir weniger vor und mach kleinere Schritte. Das ist besser als ganz aufzuhören. Außerdem kannst du deinen Circle jederzeit um Hilfe bitten. Großzügig helfen und sich gegenseitig vertrauen sind die Schlüssel zum Erfolg.

12 Wochen im Überblick

Woche 1: Aufmerksamkeit schärfen

Nach dem ersten gemeinsamen kennenlernen, wählt jeder Teilnehmer sein individuelles Ziel aus. Um deinem persönlichen Ziel näher zu kommen, erstellst du zunächst eine Liste von Personen, die in Verbindung mit deinem Ziel stehen.

Woche 2: Beiträge anbieten

Gehe deine List aufmerksam durch und erstelle kleine Beiträge für die Personen auf deiner Liste. Dadurch wirst du die Beziehung vertiefen.

Woche 3: Mache drei kleine Schritte

Passe dein Zeitmanagement an, füge weitere Kontakte zu deiner Beziehungsliste hinzu und gestalte eine andere Art von Beiträgen. So kannst du deine Praxis festigen.

Woche 4: Aufmerksamkeit gewinnen

In dieser Woche lernst du, wie du deine Beiträge persönlicher und wertvoller gestaltest. Du übst, wie du Nachrichten verfasst und auf Menschen zugehen kannst.

Woche 5: Verstehe deine Persönlichkeit

Anstatt in eingeschränkten Rahmen zu denken lernst du in dieser Woche, was das Spektrum deiner Persönlichkeit zu bieten hat. Das, was dich ausmacht, wird die Basis für eine sinnvolle Verbindung zu anderen.

Woche 6: Sichtbar werden

Bist du sichtbar? Ist deine Arbeit sichtbar? In dieser Woche lernst du, wie du deine Online Präsenz verbessern kannst, sodass andere dich finden können. Das erhöht deine Chancen, Kontakte zu knüpfen.

Woche 7: Zielgerichtet arbeiten

In dieser Woche wirst du einen Brief an dich selbst schreiben, geschrieben von deinem zukünftigen Ich. Durch die Formulierung einer langfristigen Vision wird dein Ziel realer.

Woche 8: Routine entwickeln

Du lernst, wie deine neuen Gewohnheiten zum Alltag werden und dich immer weniger Mühe kosten. Zudem übst du, wie du mit Schwierigkeiten und Hürden umgehen kannst.

Woche 9: Eigenständige Beiträge

Du bist nun an einem Punkt angekommen, an dem du die Bandbreite deiner Beiträge erweitern kannst. Du wirst mehr von deiner Arbeit und deinen Gedanken sichtbar machen und so einen weiteren Schritt in Richtung deines Ziels machen.

Woche 10: Systematisch arbeiten

In Woche 10 lernst du, mit zwei leichten Systemen umzugehen, die dir helfen, Dinge einfacher zu machen. Zum einen lernst du neue Beiträge zu identifizieren, zum anderen wie du deine Beziehungsliste besser verwaltest.

Woche 11: Fokus erweitern

Bisher hast du deinen Fokus auf individuelle Beiträge und Verbindungen gelegt. Jetzt geht es darum ein Gespür zu entwickeln für das, was möglich ist. Dein Netzwerk wird umfassender und du musst dir deiner Rolle darin bewusst werden.

Woche 12: Reflektieren und feiern

12 Wochen sind vorbei und du hast einiges erreicht. Das Ende dieses Circles stellt gleichzeitig einen neuen Anfang dar. Was hast du Neues gelernt? Was kann in der Zukunft noch kommen? Feiert euer letztes Treffen gemeinsam.

Neugierig geworden?

Alle wichtigen Informationen zu WOL findest du hier. Wenn du bei einem Circle selbst teilnehmen willst, dann informiere dich beispielsweise auf Facebook oder LinkedIn über Treffen in deiner Nähe. In Zukunft wird es auch bei uns WOL Circle geben, nähere Informationen dazu folgen noch.

„Build relationships that matter. Better for you. Better for your organization.”

Nachdem wir im ersten Teil unserer Blogserie WOL die Methode WOL und die individuellen Vorteile vorgestellt haben, geht es im zweiten Teil nun um Unternehmen. Wie können Unternehmen von WOL profitieren und die Methode als Mittel einsetzen, um eine erfolgreiche Innovationskultur zu fördern?

Working Out Loud bedeutet, die eigene Arbeit öffentlich zu machen, mit anderen Kollegen in den Dialog zu kommen und Informationen über Fortschritte und Hürden auszutauschen. Je mehr Beteiligte, umso höher ist der Nutzen für Teams und das gesamte Unternehmen. Ziel ist es, die (digitale) Zusammenarbeit zu fördern und die Innovationskraft zu stärken.

Wer kann die Methode WOL nutzen?

Das Gute: Working Out Loud ist für alle geeignet. Sowohl große Unternehmen, als auch KMUs, Start-Ups, Schulen, Krankenhäuser und andere Organisationen können von der Methode profitieren. Um im digitalen Wandel nicht abgehängt zu werden, ist WOL ein unerlässliches Tool. Eine kollaborative und transparente Zusammenarbeit in Netzwerken ist einer der Schlüsselqualifikationen unserer neuen digitalen Arbeitswelt. Vielen Unternehmen fällt aber genau diese Umsetzung noch sehr schwer und das Potenzial von Networking wird nicht optimal genutzt.

Ein Blick über den Tellerrand hilft jahrelanges Silodenken zu überwinden. Vernetzte Mitarbeiter beeinflussen die Unternehmenskultur positiv. Anstatt starrer formaler Strukturen findet der Wissensaustausch informal und interdisziplinär über die Abteilungsgrenzen hinaus statt. Das fördert die Kollegialität und lässt Aufgaben und Probleme aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Innovationen und neue Arbeitsmethoden werden so automatisch vorangetrieben.

Mitarbeiter und Kollegen für WOL motivieren

Doch wie schafft man es, seine Mitarbeiter und Kollegen für WOL zu begeistern? Viele Menschen haben zunächst Vorbehalte, diese gilt es zu beseitigen. Kleine Circle ermutigen die Menschen, offen über ihre Arbeit zu reden, ohne Angst vor einem Wettbewerb untereinander. Der geschützte Rahmen der Circles soll Sicherheit und Vertrauen geben. Die Treffen können analog oder digital stattfinden und sich sowohl mit persönlichen als auch beruflichen Zielen beschäftigen. Dabei müssen die Teilnehmer keinesfalls im selben Bereich arbeiten oder die gleichen Ziele verfolgen. Im Gegenteil: Je heterogener die Gruppe, umso mehr kommen verschiedene Sichtweisen und Kontakte zusammen.

Wie ein offener Dialog Unternehmen voran bringt

Dass Working Out Loud erfolgreich in der Praxis funktioniert, zeigen Unternehmen wie Bosch, Siemens oder BMW. Christoph Kübel, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Robert Bosch GmbH ,beschreibt, dass WOL den Transformationsprozess von Bosch unterstützt: „Um die vernetzte Welt erfolgreich zu gestalten, müssen wir über jegliche Grenzen hinweg zusammenarbeiten, einander unterstützen und voneinander lernen. […] Die Working Out Loud Circle Methode bietet Mitarbeitern unabhängig von der Hierachieebene die Möglichkeit, vernetztes Arbeiten zu erleben und die eigenen Fähigkeiten darin auszubauen.“

Die Mitarbeiter von BMW haben die WOL Methode ausprobiert und darin einen Ansatz gefunden, der sich auf jegliche Projekte und Bereiche anwenden lässt. Die Idee begann mit ein paar Menschen, die ein funktionsübergreifendes Team bildeten. Ohne offizielle Genehmigung und ohne Budget testeten sie ihre Idee mit kleinen Experimenten und verbreiteten die Erfolge über soziale Netze, sowohl intern als auch extern. Sie nutzten das Feedback für Verbesserungen sowie um das Management zu überzeugen. Immer mehr Menschen werden beeinflusst und die Bewegung wächst stetig an.

Praxisbeispiel: Working Out Loud, um neue Mitarbeiter willkommen zu heißen

Jedes Unternehmen heißt seine Mitarbeiter unterschiedlich willkommen, meistens läuft es jedoch folgendermaßen ab: Als neuer Mitarbeiter durchläufst du einen Orientierungsprozess, der dich mit Regeln, Werten und Tools des Unternehmens vertraut macht. Du bekommst Zugangsdaten, einen Arbeitsplatz und lernst nach und nach die Menschen in deinem Team und deiner Abteilung kennen. Über die nächsten Jahre wirst du langsam ein Netzwerk aufbauen, das dich mit Wissen und Ressourcen versorgen kann. Was aber, wenn das Ganze viel schneller geht?

Die WOL Methode bildet Circles aus vier bis fünf Personen, die sich in verschiedene Abteilungen befinden können, je nach Prozess und Art der Verbindung, die entwickelt werden soll. Das Ziel aller neuen Mitarbeiter: Menschen in der neuen Organisation kennenlernen. Alle Gruppenmitglieder durchlaufen denselben Prozess, so entwickelt sich schnell ein vertrautes Gruppengefühl.

Während sich das Netzwerk Woche für Woche weiter ausbaut und die Beziehungen zu den Menschen in ihm vertieft, entwickeln sie eine neue Denkweise und neue Gewohnheiten: offenes, kooperatives Arbeiten. Ziel ist es, dass die Menschen für ihr nächstes Problem in der Lage sind die Menschen zu finden, die ihnen helfen können und mit denen sie Beziehungen aufbauen können. Diese Art der Einarbeitung von neuen Mitarbeitern erhöht das Engagement und die Konnektivität untereinander. Neue Mitarbeiter lernen durch die Peer-Support Gruppe.

Wer tiefer in das Thema WOL einsteigen will, sollte sich unbedingt den Podcast von t3n „Working Out Loud – Was steckt hinter dem Hype Begriff?“ anhören oder das Video zur Working Out Loud Konferenz bei Bosch ansehen.

Bereit? Um sofort loslegen zu können, solltest du zunächst kleine Schritte gehen und einen WOL Circle gründen. Wie genau ein WOL Circle abläuft, erklären wir in Teil 3 unserer Blogserie.

„Build relationships that matter. Better for you. Better for your organization.”

So lautet das Motto der aktuell weit verbreiteten „Working Out Loud (WOL) ” Methode, die von John Stepper entwickelt wurde. In über 40 Ländern und großen Unternehmen wie Bosch, Siemens und BMW hat WOL bereits Anklang gefunden.

Doch was genau verbirgt sich hinter dem Namen und was bewirkt WOL?

Working Out Loud setzt auf Beziehungen, die dir dabei helfen, deine Ziele zu erreichen und deine Fähigkeiten zu verbessern. Denn: Gemeinsam ist man besser. In der heutigen Zeit geht es nicht darum, allein so gut wie möglich zu performen. Vielmehr geht es um den Sharing Gedanken. Wir teilen unser Wissen, unsere Fragen und unsere Probleme und können von der Gemeinschaft profitieren. Ähnlich funktionieren die Formate Open Spaces oder Unkonferenzen.

„Laut arbeiten“ meint in diesem Zusammenhang „offenes arbeiten“. Wenn Menschen anfangen diese Methode umzusetzen, wird ihre Arbeit effektiver, sinngebender und erfüllender. Die gesamte Arbeitskultur wird offener und gemeinschaftlicher.

Wie kann ich WOL für mich sowie mein Unternehmen erfolgreich nutzen? In unserer dreigeteilten Blogserie verraten wir dir genau das! Außerdem empfehlen wir den TED Talk von John Stepper. Dort beschreibt Stepper, wie du deine Karriere vorantreiben und deinen Alltag positiv verändern kannst.

Teil 1 – Mache deine Arbeit sichtbar

WOD ist sowohl eine Lebenseinstellung, als auch eine praktische Methode, um unseren Alltag zu verändern. Wir lernen Beziehungen aufzubauen, die uns helfen, unsere Ziele zu erreichen. Durch Vertrauen und Verbundenheit entsteht eine harmonische Community mit mehr Wissen und mehr Möglichkeiten. Unsere Zusammenarbeit wird agiler und innovativer. Es geht nicht um das bloße Geben und Nehmen in einem großen Netzwerk. Durch das Teilen von Beiträgen aus unserer eigenen Arbeit und unseren eigenen Erfahrungen, werden wir für eine großes Umfeld sichtbar.

Diese Kerngedanken orientieren sich an fünf Prinzipien, die Stepper entwickelt hat. Die Devise lautet: Combine those elements like a superpower!

  • Beziehungen (Relationships)

    • Der Weg zum Wissen führt über die Gemeinschaft. Jeder trägt etwas Sinnvolles bei und baut dadurch nachhaltige Beziehungen zu anderen auf, die helfen können, Ziele zu erreichen, Probleme zu lösen und Fähigkeiten zu verbessern.
  • Großzügigkeit (Generosity)

    • Ziel ist es, ein starkes und nachhaltiges Netzwerk aufzubauen. Jeder teilt sein Wissen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
  • Sichtbare Arbeit (Visible Work)

    • Die eigene Arbeit sichtbar machen und somit einen wertvollen Beitrag für die Community zu leisten.
  • Zielgerichtetes Entdecken (Purposeful Discovery)

    • Du hast ein individuelles Ziel vor Augen und richtest deine Aktivitäten darauf aus, dieses Ziel zu erreichen. Welche Ressourcen brauchst du dafür? Wie kannst du dem Ziel näherkommen und kontinuierlich dabei lernen?
  • Wachstumsorientiertes Denken (Growth Mindset)

    • Lerne, immer offen und neugierig an Dinge heranzugehen und die unendlichen Möglichkeiten zu entdecken, die dich deinem Ziel näherbringen können.

Diese Prinzipien bilden nun den Ausgangspunkt für die WOL Circles – kleine Gruppen von vier bis fünf Personen, die sich 12 Wochen lang für je eine Stunde pro Woche treffen und gemeinsam die Ziele der Teilnehmer erarbeiten.

Du solltest dir zu Beginn folgende Fragen stellen:

Was versuche ich zu erreichen? Wer steht mit meinem Ziel in Verbindung? Wie kann ich dazu beitragen, unsere Beziehung zu vertiefen?

Es spielt dabei keine Rolle, ob dein Ziel privater oder beruflicher Natur ist. Während der Circles wirst du effektiv arbeiten können. Du hast Zugang zu einer Community, die dich mit Input und Möglichkeiten versorgen kann. Jede Woche geht es darum, neue Übungen auszuprobieren, die dich deinem Ziel näherbringen. Während du beispielsweise in einer Woche lernst, wie du sichtbarer wirst, lernst du in der nächsten Woche, wie du sinnvoll Beiträge in das Netzwerk einbringen kannst.

What’s in it for me?

Die WOL Circles bieten die die Möglichkeit Neues auszuprobieren und sich mit einer klaren Zielorientierung beruflich und privat weiterzuentwickeln. Das Ganze findet in einem geschützten Rahmen innerhalb eines stabilen und persönlichen Netzwerkes, mit Wertschätzung und Respekt füreinander, statt. Dadurch werden Beziehungen nachhaltig intensiviert. Die Treffen dauern nur eine Stunde, wodurch sie leicht in deinen Zeitplan zu integrieren sind. Du lernst, wie du deine Ziele schneller erreichen und dich dabei selbst im digitalen und vernetzten Arbeiten befähigen kannst, indem du digitale Medien nutzt.

Und, neugierig geworden?

Im zweiten Teil unserer Blogserie erfährst du, wie du WOL im Unternehmen zum Aufbau einer erfolgreichen Innovationskultur nutzen kannst.
Du willst wissen, wie genau ein WOL Circle abläuft? Dazu mehr in Teil 3 – Hands on: der WOL Circle.

Diese Frage hat sich jeder schon unzählige Male gestellt, egal, ob bei der Bewerberansprache oder der Kommunikation auf dem eigenen Blog oder der Website. Während es im Englischen nur das „you“ gibt, stellt sich bei der deutschen Sprache die Frage: „Du“ oder „Sie“? Ob gesiezt oder geduzt wird, hat Auswirkungen darauf, wie Menschen eine Botschaft wahrnehmen – ein zweischneidiges Schwert zwischen zu salopp und zu business. Deshalb solltest du dir vorher genaue Gedanken darüber machen, welchen Ton du treffen und welche Botschaft du transportieren willst.

Die Ansprache bei Stellenanzeigen

Die Studie von Wirtschaftspsychologe Uwe Kanning und HR-Beraterin Sarah Winkelmann mit 297 Probanden hat ergeben, dass die Art der Ansprache per „Du“ oder „Sie“ Auswirkungen darauf hat, wie ein Unternehmen von außen wahrgenommen wird. Laut den Probanden wirken Unternehmen, die in einer Stellenanzeige duzen, modern, mitarbeiterorientiert und sympathisch. Im Gegensatz hierzu wird das Siezen in einer Stellenanzeige mit einem fordernden Arbeitgeber, komplexen Aufgaben und hoher Leistungsfähigkeit assoziiert. Wenn sich die Studienteilnehmer entscheiden müssten, welche Ansprache ihnen lieber ist, so präferierte nur die Hälfte das „Du“, auch wenn das Durchschnittsalter bei 25 Jahren lag.

Duzen oder Siezen auf der Website und dem Blog

Die Anrede im Internet gehört zu den ersten Eindrücken, die der Nutzer über deine Website gewinnt. Zunächst muss festgelegt werden, wer man selbst sein will. Ein externer Berater, der einen distanzierten Kontakt zum Nutzer pflegt? Oder eher ein Praktiker auf Augenhöhe, der nahbar und sympathisch wirkt? Duzen oder Siezen ist vor allem eine Frage des Selbstverständnisses. Außerdem ist die Zielgruppe entscheidend. Wer soll angesprochen werden? Welche Art von Menschen wird auf der Website oder dem Blog landen? Und wie kann man sie am besten erreichen?

Was bedeutet das jetzt genau?

Am wichtigsten ist es authentisch zu bleiben und eine Atmosphäre zu kreieren, in der sich ein (potenzieller) Nutzer wohl fühlt. Geht es um formale Angelegenheiten, dann ist vermutlich das „Sie“ angebracht. Wenn es eher um eine kreative und moderne Atmosphäre, die Zusammenarbeit im Team und kein abgehobenes Expertenwissen geht, dann ist das „Du“ die bessere Alternative. Wichtig ist, dass die Ansprache konsequent auf allen Kanälen durchgehalten wird und nicht zwischen duzen und siezen gewechselt wird. Die goldene Grundregel: sei einfach Du selbst!

Wir haben uns auf der Seite der Digitalwerkstatt für das „Du“ entschieden, weil wir auf Augenhöhe kommunizieren und ein freundliches Umfeld schaffen wollen. Professionalität steht zu 100% im Vordergrund, aber auf eine neue und innovative Art, weg von der alten Schule.

Jetzt weiß ich, was ich will!

Ich bin Melanie Zucker! Als Visual Business Coach unterstütze ich Frauen in Führungsrollen, ihre persönliche Vision sprichwörtlich zu „sehen“, mit Stift und Papier festzuhalten, und im Alltag umzusetzen. Ganzheitlich, visuell und nachhaltig.

Wer schon mal in einem Vortrag oder Workshop das Vergnügen hatte, neben Melanie zu sitzen, der ist schon nach kurzer Zeit nicht mehr sicher, auf was er sich mehr konzentrieren soll – den eigentlichen Inhalt oder Melanie’s Mitschrift. Ohne Vorbereitung und tiefere Infos schafft sie es, am Ende ein sauber strukturiertes DIN A 4 Blatt zu haben und alle Informationen in Wort & Bild so miteinander zu verknüpfen, dass es einen logischen Zusammenhang ergibt.

Aus der Begeisterung heraus habe ich Melanie angesprochen, ob sie nicht mal Lust hat, in der Digitalworkshop ein Workshop Setting zu machen. Im Mai war es dann soweit und im Rahmen des Digital Detox Talks hat sie einen „Schnelldurchlauf“ im Visual Storytelling angeboten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren absolut begeistert und deshalb gibt es jetzt einen etwas breiter aufgestellten Ganztages-Workshop „Visual Storytelling – Erzähle deine Geschichte mit Papier und Stift“, in dem mehr Raum für Individualität und Übung ist.

Während der Vorbereitung hatte ich Gelegenheit, Melanie ein paar Fragen zu stellen.

Melanie, warum eigentlich „Visual Storytelling“? 

Die Fähigkeit, auch komplexe Sachverhalte oder Emotionen schnell und einfach z.B. in einem Workshop zu visualisieren, ist eine der Kernkompetenzen für die Zukunft. Meine Erfahrung zeigt, dass man damit so viel schneller ans Ziel kommt, weil Bilder Inhalte viel schneller als Worte transportieren können. Zudem fördern sie ein gemeinsames Verständnis und es ist immer wieder verblüffend, wie klar manche Dinge werden, wenn man sie erstmal aufgemalt hat. Da fällt es einem oft wie Schuppen von den Augen und man fragt sich, was daran vorher so kompliziert war, zu verstehen. Als Führungskraft habe ich oft erlebt, dass Themen monatelang diskutiert wurden – und letztendlich konnte mit Hilfe einer einfachen Zeichnung das Problem innerhalb von 30 Minuten geklärt werden.

Ein für mich weiterer wichtiger Punkt ist auch die Nachhaltigkeit von Bildern. Das Hirn speichert Bilderwelten viel besser ab und kann sich diese viel schneller und leichter wieder holen. Das fördert auch im Nachgang eines Gesprächs oder Workshops das gemeinsame Verständnis und die Tatsache, im wahrsten Sinne des Wortes „das gleiche Bild vor Augen zu haben“.

Und last but not least ist es einfach sehr individuell und man kann damit punkten – egal, ob man es mit Trainings oder Workshops zu tun hat. Ob jemand als Beraterin, Führungs- oder Fachkraft arbeitet: schön gestaltete Flip-Charts sind ein Markenzeichen und man bleibt leichter im Gedächtnis.

Storytelling ist aktuell in aller Munde – gehört es zu den neuen Kompetenzen im Business?

Aus meiner Sicht: ja! Durch die Hirnforschung ist belegt, dass Informationen besser und nachhaltiger verarbeitet werden, wenn sie mittels Geschichten und Bildern kommuniziert werden.

Gerade komplexe Sachverhalte im Business lassen sich oft sehr gut mit einem treffenden Bild oder einer aussagekräftigen Graphik auf die wesentlichen Punkte herunterbrechen.

Zudem wecken Bilder Emotionen beim Betrachter und knüpfen so an bereits bekanntes an. Die Botschaft kommt wirkungsvoller an als reiner Text.

Was ist das Besondere an diesem Workshop?

Zum einen werden wir das Handwerkszeug des Visualisierens kennenlernen, doch der Schwerpunkt liegt in der praktischen Anwendung dessen auf eine persönliche Geschichte mit einer Hauptfigur, unserem „Helden“.

Mir ist dabei wichtig, dass die Teilnehmer ein eigenes Thema mitbringen, das sie im Laufe des Tages mit einer visuellen Geschichte bearbeiten d.h. diese mittels einfachen Symbolen und Bildern zeichnen & erzählen. Der Held kann hierbei eine reale Figur sein, oder eine fiktive. Selbst Bäume und Schmetterlinge können Helden mit außergewöhnlichen Talenten sein – manchmal hilft gerade ein völlig abstruser Kontext, eine neue Perspektive, um die wesentlichen Aspekte herauszuarbeiten.

Ich lege besonderen Wert auf Selbstreflexion der Teilnehmer – aus meiner Sicht generell eine wertvolle Fähigkeit – und den gegenseitigen Austausch in der Kleingruppe. Durch die eigenen Erfahrungen und das Feedback der Gruppe entwickelt jeder Teilnehmer nicht nur seine persönliche Bildsprache, sondern erkennt auch die wesentlichen Aspekte seines mitgebrachten Themas sowie seine individuellen Lernfelder.

Was ist, wenn ein Teilnehmer kein eigenes Thema hat und einfach „nur“ Interesse an der Kunst der Visualisierung hat – ist er dann in dem Workshop überhaupt richtig?

Die Verbindung von Visualisierung & Storytelling ist das Herzstück dieses praxisnahen Workshops. Wir werden den ganzen Tag viel viel am Flipchart üben – doch eine gute Portion Neugier, Experimentierfreude und vor allem die Bereitschaft, sich auf diese Verbindung aktiv einzulassen ist Voraussetzung für ein einzigartiges Workshop-Erlebnis.

Ein eigenes Thema kann übrigens sehr vielfältig sein – hat nicht jeder etwas Interessantes zu erzählen? Etwas, auf das er so richtig stolz ist? Wo will jemand hin, wo kommt er her? Ich finde ja solche Geschichten irre spannend!

Daher lade ich den Teilnehmer ein, dem Prozess zu vertrauen, welche Geschichte mit Stift & Papier erzählt werden möchte – und selbstverständlich unterstütze ich bei der Ideenfindung während des Workshops.

Gerne beantworte ich weitere Fragen vorab auch per email: info@melaniezucker.com

Ich kann ja überhaupt nicht zeichnen…ist Zeichnen eine Voraussetzung, um am Workshop teilzunehmen?

Aus Erfahrung kann ich sagen: jeder kann zeichnen – und es kommt nicht darauf an, sich auf künstlerisch hohem Niveau zu verausgaben! Vielmehr: Neugierde & Spaß, etwas Neues auszuprobieren.

Und dann muss man wirklich sagen: es gibt ein paar grundlegende Techniken und Möglichkeiten, die man kennen muss und weiß, wie man sie einsetzt. Wir haben ganz viel Zeit zum Üben und Ausprobieren.

Ich staune immer wieder, was am Ende des Tages für herrlich visualisierte Geschichten und Aha-Erlebnisse für jeden einzelnen Teilnehmer entstehen.

Dein Motto lautet „Mit Vision leichter führen.“ – was genau heißt das?

Ich stelle immer wieder fest, dass viele Menschen mit den vielfältigen Angeboten, Möglichkeiten und Veränderungen, die uns tagtäglich begegnen, überfordert sind oder sich darin verlieren, oder letztendlich feststecken. Manchmal

Eine klare Vision zu haben bedeutet für mich, dass ich absolute Klarheit darüber habe, was mir wichtig ist, was ich in verschiedenen Lebensbereichen erreichen möchte und wie ich handeln möchte. Typischerweise sind dies Bereiche wie Beruf, Beziehung, Familie, Geld, Gesundheit.

Dadurch gewinne ich an Orientierung, Selbstsicherheit und Leichtigkeit in allem was ich tue, und kann so mich selbst leichter führen und auch andere.

Und zu guter Letzt: was müssen die Teilnehmer zum Workshop mitbringen?

Eigentlich nur gute Laune, Neugier und die Lust auf Neues! Getränke, Snacks und Materialien werden zur Verfügung gestellt.

Mehr Kommunikation, weniger Konflikte?

Eigentlich sollte man denken, dass in der heutigen Zeit jeder entsprechende Grundsätze der Kommunikation inne hat. Wir wissen, was sich gehört und was nicht. Die Arbeitsumfelder werden immer flexibler, die Teams heterogener und interdisziplinärer und der Freiheitsgrad entsprechend höher. Man sollte meinen, Konflikte im Beruf gibt es nicht mehr. Oder doch? Weit gefehlt?

Dr. Jutta Schmidt kann davon ein Lied singen. Die Wirtschaftsmediatorin aus Strullendorf in der Nähe von Bamberg hat tagtäglich mit großen und kleinen Konflikten zu tun. Diese sind davon unabhängig, in welcher Altersstruktur, Größenstruktur und Branche wir uns bewegen. Es geht um den Menschen. Und überall, wo Menschen miteinander arbeiten, besteht nicht nur Raum für Ideen, sondern leider auch Raum für Konflikte. Neben Geld und Zeit kosten sie vor allem Energie, Nerven und schlußendlich gute Laune. Und jeder von uns weiß, dass Arbeit ohne Spaß dazu führt, unproduktiv und halbherzig seine Aufgaben zu erledigen.

Woran liegt es eigentlich, dass wir uns von Konflikten aus dem Gleichgewicht bringen lassen? Was ist denn ein „Konflikt“?
Jutta war so nett, im Interview mit der Digitalwerkstatt vor ihrer Impulssession am 19. Juli 2017 ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Jutta, was ist eigentlich ein Konflikt?

Schon allein das Definieren ist gar nicht so einfach. In erster Näherung möchte ich sagen: es gibt mindestens 2 Personen und mindestens eine(r) davon fühlt sich beeinträchtigt durch etwas, was der andere getan oder gesagt hat. Oder was er meint, was der andere getan oder gesagt hat. Hm, daran sieht man schon, dass es gar nicht so einfach ist mit der Definition!

Daneben gibt es natürlich auch noch innere Konflikte, d.h. Konflikte, die ich mit mir selbst habe. Etwas, was ich aufgrund meiner Vorstellungen oder Wünsche gerne möchte, steht im Widerspruch mit dem, was in der Realität passiert. Daraus resultiert ein Spannungszustand, welchen man als Konflikt bezeichnen kann.

Manchmal ärgere ich mich ganz furchtbar über eine andere Person. Für diejenige ist aber alles in Ordnung. Ist das dann ein Konflikt?

Ja, das ist es. Ich bin beeinträchtigt und bin wütend. Dass mein Gegenüber angeblich vollkommen entspannt ist, macht mich eher noch wütender. Das ist definitiv ein Spannungszustand wie oben beschrieben.

Gibt es Strategien, wie ich mit Konflikten umgehen kann?

Grundsätzlich werden 5 mögliche Strategien unterschieden, vom „Durchsetzen meines Standpunktes“ bis hin zum „Rückzug“. Welche ich davon wähle, ist zum einen abhängig von der Situation, aber auch, wie wichtig mir diese Situation ist. Ich würde auch nicht sagen, dass z.B. „Durchsetzen“ negativ ist, genauso wenig wie „Rückzug“. Jede Strategie hat seine Berechtigung. Das muss man im Einzelfall abwägen.

Unterscheiden sich private von beruflichen Konflikten?

Von der Definition und den Eigenschaften erstmal nicht. Auch die verschiedenen Strategien lassen sich beruflich und privat beobachten. Was unterschiedlich sein kann, sind die emotionalen Belastungen. Bei einem Streit mit einem Kollegen kann ich mich eventuell schneller abgrenzen und Kompromisslösungen suchen, bei meinem Partner gelingt das vielleicht nicht so schnell. Die berühmte nicht zugeschraubte Zahnpastatube im Bad sehe ich u.U. 365 Tage im Jahr, den unordentlichen Kollegen nicht ganz so häufig….

Wann ist es sinnvoll, einen Mediator oder überhaupt eine externe Person einzuschalten?

Immer dann, wenn ich selbst überhaupt nicht weiterkomme, meine Gedanken immer wieder über den Konfliktfall kreisen und scheinbar keine Lösung in Sicht ist, kann es sinnvoll sein, sich mit jemanden außerhalb des Konflikts auszutauschen. Ob eine Mediation das geeignete Verfahren ist oder man für sich selbst eine Konfliktberatung in Anspruch nimmt, hängt vom Einzelfall ab. Darüber hinaus ist eine Mediation sinnvoll, wenn ein Konflikt schon so weit eskaliert ist, dass die Fronten verhärtet erscheinen, es überhaupt schon Fronten gibt, so dass z.B. ein Team nicht mehr gemeinsam ein Projekt vorantreiben kann, sondern sich gegenseitig auszubooten sucht.

Ich empfinde Konflikte als unglaublich anstrengend. Ist es nicht besser, sich diesen zu entziehen (und damit Energie zu sparen) statt sich ihnen zu stellen?

Ja, das kann durchaus auch eine „richtige“ Strategie sein. Wenn ich z.B. ohnehin sehr angespannt bin und ich vor lauter To-Dos nicht mehr weiß, wo ich zuerst anfangen soll, muss ich mich im Moment nicht auch noch einer möglicherweise schwierigen Konfliktbearbeitung stellen. Manche Konflikte lösen sich auch erstmal von alleine auf. Generell empfehle ich aber nicht, um sämtliche Konflikte einen Bogen zu machen. Solche Umwege kosten nämlich auch Energie. Ungelöste Konflikte „im Untergrund“ sind zumal nicht gesundheitsfördernd.

Gerade im Beruf ist es aber auch schwierig, wenn ich mich z.B. immer wieder über meinen Teamleiter ärgere, er aber das Sagen hat. Ich kann ihm ja schlecht eine Mediation vorschlagen.

Ja, aber ich kann (z.B. in einer Konfliktberatung) überlegen, wie ich mit der Situation anders umgehen kann, welche Möglichkeiten es z.B. gibt, ihn anzusprechen oder die Lage zu diskutieren. Klar ist, dass ich mein Gegenüber nicht dazu zwingen kann, sich zu verändern. Aber den Spielraum, den ich selbst für mich habe, kann ich erstmal anschauen und vielleicht auch ausweiten. Meistens ist es uns nicht bewusst, was wir noch ändern können. Wir bleiben lieber in der „der Andere ist schuld, da kann man nichts machen“ – Haltung.

Du als Wirtschaftsmediatorin hast doch sicher schon viele Konfliktfälle gesehen oder gehört. Wenn ich dir nun meinen persönlichen Fall erzähle, hast du sicher schon eine Idee, was wir tun können. Warum schlägst du mir dann nicht direkt gleich eine Lösung vor? Du bist doch die Expertin – warum sollen wir uns erst lange mit den Konfliktursachen oder –auswirkungen beschäftigen? Dazu haben wir keine Zeit!

Das wäre wirklich prima, wenn ich für alle Konfliktfälle eine geeignete Lösung parat hätte. Habe ich aber nicht, dazu ist jeder Fall zu spezifisch. Außerdem gibt es noch einen großen Unterschied: nach einer Mediation gehe ich von dannen und lasse Sie allein. Da ist es wesentlich besser, du hast die Lösung oder zumindest die Ideen selbst gehabt. Die Wahrscheinlichkeit, dass du mit einer selbst gefundenen Lösung glücklich wirst, ist jedenfalls deutlich höher, als wenn ich dir etwas vorschlage.

Dennoch: wenn wir gemeinsam die Konfliktsituation beleuchtet und durchdrungen haben und bei der Lösungssuche sind, kann es schon sein, dass mir eine Idee einfällt, die vielleicht andere in einer ähnlichen Situation auch schon hatten. Dann sage ich das auch. Entscheiden musst aber letztendlich du als Experte für deinen Konflikt!

Du als Wirtschaftsmediatorin hast in deinem Umfeld sicher keine Konflikte, oder? Du kannst doch Konfliktlagen schon vorher erkennen und dementsprechend agieren.

Naja, das würde ich so nicht sagen. Als beauftragte Mediatorin komme ich von außen. Wenn ich selbst in einem Konflikt drinstecke, dann bin ich selbst (emotional) beteiligt und nicht „außenstehend“. Das heißt, ich kann mich genauso über ein Gegenüber ärgern, in einen Teufelskreis geraten oder die Schuld bei dem anderen suchen wie jeder von uns. Was mir vielleicht schneller gelingt ist, die Dynamiken zu erkennen und dann auszusteigen. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch für mich anstrengend oder mühselig sein kann.

Vielen Dank, liebe Jutta Schmidt, für diesen ersten Einblick. Wir freuen uns schon sehr auf deinen Vortrag und sind gespannt, was du uns aus der Praxis mitbringen kannst, damit wir mit potenziellen Konflikten und deren Auslösern zukünftig besser umgehen können.