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Refind – wie nützlich ist das Social-Bookmark-Tool?

Personalisierter Feed, intelligente Leseempfehlungen und digitale Artikelablage – das verspricht das Schweizer Startup Refind. Doch wie nützlich ist der Dienstleister wirklich, um den virtuellen Überblick zu behalten und wie unterscheidet sich Refind von den gängigen Bookmark-Tools wie beispielsweise Delicious?

Ziel der kostenlosen Plattform ist es, relevanten und besseren Content zu bieten und es Usern zu erleichtern, qualifizierte Inhalte schnell zu finden. Die Funktionsweise von Refind ist für den Nutzer sehr intuitiv und leicht zu bedienen. Artikel, Videos und sonstige Posts können in einer Leseliste abgespeichert und mit Tags sowie Kommentierungen versehen werden.

Smarte Leseempfehlungen

Und das Besondere? Anhand von vorab festgelegten, feinkörnig definierten Interessen, schlägt Refind dem Nutzer für ihn relevante Inhalte vor. Dadurch werden individuelle Empfehlungen generiert, die zu den Vorlieben der User passen könnten. Im Hintergrund arbeitet ein Algorithmus, der zusätzlich aus den geliked Artikeln lernt. Die vorgeschlagenen Beiträge auf der Startseite des Nutzers werden dadurch immer relevanter. Dabei gilt: je intensiver das System vom Nutzer mit Daten gespeist wird, umso besser werden die Vorschläge. Durch so genannte Kollektionen können Themen definiert und mit Tags versehen werden. Jedes Mal, wenn ein neuer Link mit einem entsprechenden Tag gespeichert wird, wird er automatisch in die vordefinierte Kollektion auf dem eigenen Profil abgespeichert.

 

Im Fokus von Refind sollen jedoch keine Inhalte mit News- oder Unterhaltungswert stehen. Vielmehr geht es darum, eine komplementäre Seite zu journalistischen News, sozialen Netzwerken sowie Suchmaschinen wie Google zu erschaffen. Dominik Grolimund, CEO bei Refind, sieht den Mehrwert der Dienstleistung an der Schnittstelle zwischen News, Search und Social. Der primäre Nutzen soll im Entdecken individueller und relevanter Webinhalte liegen.

Verknüpfung von Links mit Twitter

Zusätzlicher Pluspunkt: Refind arbeitet eng verknüpft mit Twitter zusammen. Gepostete oder geliked Links werden in die eigene Liste hinzugefügt. Zudem können Freundeslisten erstellt werden und Links mit den darin enthaltenen Kontakten geteilt werden. Eine schnelle und einfache Art des Networkings.

Dominik Grolimund baut mit seinem Startup auf ein neuartiges Konzept: statt Millionen von Dollars generieren zu wollen, setzt er auf Millionen von Nutzern. Wie das funktionieren soll? Das Startup verschenkt eine Milliarden Coins, eine Kryptowährung, an die frühen User von Refind. Wenn das Unternehmen in den folgenden Jahren Gewinne erzielt, kauft es die Coins von den Usern zurück. Der Gründer verspricht, dass die virtuellen Münzen an Wert gewinnen, je erfolgreicher das Unternehmen wird. Wenn Refind keine Gewinne macht, werden auch keine Coins zurückgekauft.

Unser Fazit:

Auch wenn die Idee des Startups nicht neu ist, kombiniert Refind viele nützliche Funktionen von Konkurrenzseiten. Das Social-Bookmark-Tool verknüpft menschliche mit technischer Intelligenz. Wer es gerne mobile mag, kann Refind auch mit iOS oder Android nutzen. Wir finden: Eine smarte Artikelsammlung schafft Durchblick und hilft sinnvoll, Inhalte zu entdecken, zu speichern und zu teilen.

 

 

 

 

Design Thinking as a Snack: Design Dash - ein Experiment von der HPI D-School

Möchtest du statt langem Einlesen eine schnelle, praktikable Einführung in das Design Thinking finden?

Also Innovation mit Design Thinking in einer Stunde?

Molly Clare Wilson, Dozentin an der HPI School of Design Thinking, hat das „Design Dash“ Template entwickelt, in dem man den Desing Thinking Prozess in 60-90 Minuten komplett durchläuft! Du brauchst einzig ein paar Leute, um das durchzuspielen!

Mit dem Design Dash kannst du direkt loslegen!

Der Design Dash ist eine schöne Design Thinking Übung zum Selbsterkunden des nutzerzentrierten Innovationsprozesses. Natürlich ist das kein Abbild eines echten Design Thinking Prozesses im Unternehmen, bei dem nach neuen Lösungen für Produkte oder Services gesucht wird. Aber es ist eine super Experimentiermöglichkeit, um mal zu Schnuppern und die Scheu zu verlieren, direkt ins Tun zu kommen ohne große Reden zu schwingen.

Hier kannst du dir das Design Dash Template direkt herunterladen.

Die Digitalwerkstatt bietet am Donnerstag, den 28. Juni 2018 um 18:00 Uhr die Möglichkeit, erste Einblicke in Mindset und Arbeitsweise mit Design Thinking zu bekommen. Save the Date! Weitere Infos folgen in Kürze!

 

Auch interessant:

# Design Thinking Werkstatt

# Unsere Design Thinking Prinzipien

# I don’t think Out-Of-The-Box – I think what I can do with the box. Schnell – effizient – innovativ!

 

 

 

Online Handel im digitalen Wandel – Amazon Flex startet in Berlin

In den USA setzt der E-Commerce Riese Amazon bereits seit 2015 Privatleute für Lieferdienste ein. Nun soll das Konzept auch auf Deutschland ausgeweitet werden. Berlin soll dabei den Anfang machen, andere Standorte sind bereits in Planung. Was genau bedeutet die Auslagerung von Logistikdienstleistungen an private Personen?

Uber als Vorbild für smarte Geschäftsmodelle

Das Konzept von Amazon Flex ist dabei an die Idee des amerikanischen Dienstleistungsunternehmens Uber angelehnt: dabei werden über eine App Fahrgäste an Privatleute mit Auto vermittelt, die private Taxifahrten anbieten.

Amazon Flex funktioniert ähnlich. Die privaten Boten bekommen per App Zustellaufträge zugeteilt und können sich dann frei für vierstündige Dienstschichten an 6 Tagen in der Woche eintragen. Wer sich als Fahrer bewirbt, muss über einen gültigen Führerschein, ein eigenes Auto sowie ein Android-Smartphone verfügen. Außerdem wird ein Background-Check durchgeführt, sodass Amazon den Bewerber als tauglich oder eben nicht einstufen kann.

Das Versprechen von Amazon: die Fahrer erhalten bei rechtzeitiger Auslieferung der Pakete einen Stundenlohn von bis zu 16 Euro und können sich ihre Arbeitszeiten flexibel einteilen.

Personalmangel bei Kurierfahrern durch Flex-Fahrer lösen?

Nicht nur zur Weihnachtszeit herrscht Personalmangel bei Logistikdienstleistern. Der Druck, dass Pakete rechtzeitig ausgeliefert werden müssen, steigt im Zeitalter der Digitalisierung stetig. Kunden sind mobil vernetzt, bestellen zu jeder Zeit an jedem Ort bei Online Händlern und erwarten eine schnelle und reibungslose Lieferung. Daher wirkt das Konzept von Amazon zunächst als Win-Win Situation: der E-Commerce Riese kann auf externes Personal zugreifen und spart Kosten für Fahrzeuge und Sprit ein. Privatleute haben einen lukrativen Nebenverdienst.

Das neue Geschäftsmodell in der Kritik

Trotzdem ist diese neue Art des Beschäftigungsverhältnisses prekär. Im Unterschied zu festangestellten Mitarbeitern, verdienen Flex-Fahrer nur, wenn die Auftragslage stimmt und zusätzliche Arbeit für sie anfällt. Zudem fallen für die selbstständigen Boten Kosten für Sprit, Kfz-Versicherung und Reparaturen an.  Die Fragen, wovon der Stundenlohn abhängt und ob Sozialleistungen enthalten sind, beantwortet Amazon auf der offiziellen Flex-Website bisher nicht.

Auch der Bundesverband für Paket und Express Logistik (BIEK) steht Amazon Flex kritisch gegenüber und bemängelt, dass das Vorgehen kontraproduktiv für das Berufsbild des Zustellers sei. Oberstes Ziel sollte sein, dass die Sendungen kundenfreundlich und serviceorientiert transportiert werden. Aus ökologischer Sicht geht das Zukunftsmodell von Amazon auch nicht auf – wurde in den vergangenen Jahren in umweltfreundliche Flotten investiert, so kann jetzt jeder mit seinem Privatfahrzeug aktiv werden.

Zeit Online befasst sich ebenfalls kritisch mit dem neuen Amazon Konzept. Der Artikel Flex und fertig wirft die Frage auf, ob Amazon Flex hierzulande nun Mitarbeiter in Mini-Unternehmen verwandeln will, die auf eigene Rechnung, aber auch auf eigenes Risiko arbeiten.

Und das Fazit?

Lässt sich bereits jetzt ein Fazit zur innovativen Auslagerung von Logistikdienstleistungen an Privatleute ziehen? Schafft der Online Handel durch das flexible Mitarbeitermodell einen Mehrwert, indem Bestellungen noch schneller ausgeliefert werden? Können Privatleute wirklich von dieser Art des Nebenverdienstes profitieren? Und was hat das für Konsequenzen für professionelle Kurierdienste und Logistikanbieter? Wir bleiben interessiert, was die Vielfalt der neuen Geschäftsmodelle angeht, aber skeptisch im Hinblick auf die weiteren Entwicklungen unserer sozialen Marktwirtschaft.

Disruptive Innovation: warum scheitern so viele Unternehmen daran? Clayton Christensen gibt mit seinen Jobs to Be Done Lösungsansätze, um Innovationen aus Kundenperspektive zu entwickeln.