„Build relationships that matter. Better for you. Better for your organization.”

Den theoretischen Ablauf der WOL Methode findest du in Teil 1 und Teil 2 unserer Blogserie zum Thema Working Out Loud, nun geht es um die praktische Umsetzung.

Das Grundprinzip

Ein WOL Circle besteht aus einer Gruppe von 4-5 Personen, die sich mit 3 Kernfragen beschäftigt:

Was versuche ich zu erreichen? Wer steht mit meinem Ziel in Verbindung? Was kann ich dazu beitragen, um unsere Beziehung zu vertiefen? Über einen Zeitraum von 12 Wochen trifft sich dein Circle für eine Stunde pro Woche und orientiert sich an einem kurzen und einfachen Leitfaden. Du lernst, jede Woche kleine Schritte zu machen, um am Ende ein großes, vielfältiges Netzwerk zu haben, dass du auf verschiedene Ziele anwenden kannst.

Innerhalb deiner Gruppe werden alle Teilnehmer effektiver in ihrem Tun, helfen sich gegenseitig und motivieren einander. Es entstehen tiefe, sinnerfüllende Beziehungen, die Kompetenz, Innovation und Kollaboration vereinen. Jeder kann etwas Sinnvolles zu Debatten und Prozessen beitragen. Es zählt das WIR!

Get ready

Genug Theorie, jetzt geht es endlich los! Jeder Teilnehmer beginnt mit einem individuellen Ziel, das ihm wichtig ist. Der Circle Guide gibt Anweisungen, wie jede einzelne Woche ablaufen wird. Wichtig ist, dass alle Teilnehmer offen über Fortschritte und Hindernisse der Zielerreichung sprechen, nur so kann man sich gegenseitig helfen. Die 12 Wochen dienen als Guideline. Jede Woche kommst du deinem Ziel ein kleines Stück näher und bekommst von anderen Teilnehmern Feedback, aus dem du lernen kannst.

Ganz wichtig: Tu etwas! Es gibt niemanden der kontrolliert, wie du deine Übungen machst. Es liegt ganz allein bei dir. Wenn deine Motivation nachlässt oder du ein Treffen versäumst, dann nimm dir weniger vor und mach kleinere Schritte. Das ist besser als ganz aufzuhören. Außerdem kannst du deinen Circle jederzeit um Hilfe bitten. Großzügig helfen und sich gegenseitig vertrauen sind die Schlüssel zum Erfolg.

12 Wochen im Überblick

Woche 1: Aufmerksamkeit schärfen

Nach dem ersten gemeinsamen kennenlernen, wählt jeder Teilnehmer sein individuelles Ziel aus. Um deinem persönlichen Ziel näher zu kommen, erstellst du zunächst eine Liste von Personen, die in Verbindung mit deinem Ziel stehen.

Woche 2: Beiträge anbieten

Gehe deine List aufmerksam durch und erstelle kleine Beiträge für die Personen auf deiner Liste. Dadurch wirst du die Beziehung vertiefen.

Woche 3: Mache drei kleine Schritte

Passe dein Zeitmanagement an, füge weitere Kontakte zu deiner Beziehungsliste hinzu und gestalte eine andere Art von Beiträgen. So kannst du deine Praxis festigen.

Woche 4: Aufmerksamkeit gewinnen

In dieser Woche lernst du, wie du deine Beiträge persönlicher und wertvoller gestaltest. Du übst, wie du Nachrichten verfasst und auf Menschen zugehen kannst.

Woche 5: Verstehe deine Persönlichkeit

Anstatt in eingeschränkten Rahmen zu denken lernst du in dieser Woche, was das Spektrum deiner Persönlichkeit zu bieten hat. Das, was dich ausmacht, wird die Basis für eine sinnvolle Verbindung zu anderen.

Woche 6: Sichtbar werden

Bist du sichtbar? Ist deine Arbeit sichtbar? In dieser Woche lernst du, wie du deine Online Präsenz verbessern kannst, sodass andere dich finden können. Das erhöht deine Chancen, Kontakte zu knüpfen.

Woche 7: Zielgerichtet arbeiten

In dieser Woche wirst du einen Brief an dich selbst schreiben, geschrieben von deinem zukünftigen Ich. Durch die Formulierung einer langfristigen Vision wird dein Ziel realer.

Woche 8: Routine entwickeln

Du lernst, wie deine neuen Gewohnheiten zum Alltag werden und dich immer weniger Mühe kosten. Zudem übst du, wie du mit Schwierigkeiten und Hürden umgehen kannst.

Woche 9: Eigenständige Beiträge

Du bist nun an einem Punkt angekommen, an dem du die Bandbreite deiner Beiträge erweitern kannst. Du wirst mehr von deiner Arbeit und deinen Gedanken sichtbar machen und so einen weiteren Schritt in Richtung deines Ziels machen.

Woche 10: Systematisch arbeiten

In Woche 10 lernst du, mit zwei leichten Systemen umzugehen, die dir helfen, Dinge einfacher zu machen. Zum einen lernst du neue Beiträge zu identifizieren, zum anderen wie du deine Beziehungsliste besser verwaltest.

Woche 11: Fokus erweitern

Bisher hast du deinen Fokus auf individuelle Beiträge und Verbindungen gelegt. Jetzt geht es darum ein Gespür zu entwickeln für das, was möglich ist. Dein Netzwerk wird umfassender und du musst dir deiner Rolle darin bewusst werden.

Woche 12: Reflektieren und feiern

12 Wochen sind vorbei und du hast einiges erreicht. Das Ende dieses Circles stellt gleichzeitig einen neuen Anfang dar. Was hast du Neues gelernt? Was kann in der Zukunft noch kommen? Feiert euer letztes Treffen gemeinsam.

Neugierig geworden?

Alle wichtigen Informationen zu WOL findest du hier. Wenn du bei einem Circle selbst teilnehmen willst, dann informiere dich beispielsweise auf Facebook oder LinkedIn über Treffen in deiner Nähe. In Zukunft wird es auch bei uns WOL Circle geben, nähere Informationen dazu folgen noch.

„Build relationships that matter. Better for you. Better for your organization.”

Nachdem wir im ersten Teil unserer Blogserie WOL die Methode WOL und die individuellen Vorteile vorgestellt haben, geht es im zweiten Teil nun um Unternehmen. Wie können Unternehmen von WOL profitieren und die Methode als Mittel einsetzen, um eine erfolgreiche Innovationskultur zu fördern?

Working Out Loud bedeutet, die eigene Arbeit öffentlich zu machen, mit anderen Kollegen in den Dialog zu kommen und Informationen über Fortschritte und Hürden auszutauschen. Je mehr Beteiligte, umso höher ist der Nutzen für Teams und das gesamte Unternehmen. Ziel ist es, die (digitale) Zusammenarbeit zu fördern und die Innovationskraft zu stärken.

Wer kann die Methode WOL nutzen?

Das Gute: Working Out Loud ist für alle geeignet. Sowohl große Unternehmen, als auch KMUs, Start-Ups, Schulen, Krankenhäuser und andere Organisationen können von der Methode profitieren. Um im digitalen Wandel nicht abgehängt zu werden, ist WOL ein unerlässliches Tool. Eine kollaborative und transparente Zusammenarbeit in Netzwerken ist einer der Schlüsselqualifikationen unserer neuen digitalen Arbeitswelt. Vielen Unternehmen fällt aber genau diese Umsetzung noch sehr schwer und das Potenzial von Networking wird nicht optimal genutzt.

Ein Blick über den Tellerrand hilft jahrelanges Silodenken zu überwinden. Vernetzte Mitarbeiter beeinflussen die Unternehmenskultur positiv. Anstatt starrer formaler Strukturen findet der Wissensaustausch informal und interdisziplinär über die Abteilungsgrenzen hinaus statt. Das fördert die Kollegialität und lässt Aufgaben und Probleme aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Innovationen und neue Arbeitsmethoden werden so automatisch vorangetrieben.

Mitarbeiter und Kollegen für WOL motivieren

Doch wie schafft man es, seine Mitarbeiter und Kollegen für WOL zu begeistern? Viele Menschen haben zunächst Vorbehalte, diese gilt es zu beseitigen. Kleine Circle ermutigen die Menschen, offen über ihre Arbeit zu reden, ohne Angst vor einem Wettbewerb untereinander. Der geschützte Rahmen der Circles soll Sicherheit und Vertrauen geben. Die Treffen können analog oder digital stattfinden und sich sowohl mit persönlichen als auch beruflichen Zielen beschäftigen. Dabei müssen die Teilnehmer keinesfalls im selben Bereich arbeiten oder die gleichen Ziele verfolgen. Im Gegenteil: Je heterogener die Gruppe, umso mehr kommen verschiedene Sichtweisen und Kontakte zusammen.

Wie ein offener Dialog Unternehmen voran bringt

Dass Working Out Loud erfolgreich in der Praxis funktioniert, zeigen Unternehmen wie Bosch, Siemens oder BMW. Christoph Kübel, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Robert Bosch GmbH ,beschreibt, dass WOL den Transformationsprozess von Bosch unterstützt: „Um die vernetzte Welt erfolgreich zu gestalten, müssen wir über jegliche Grenzen hinweg zusammenarbeiten, einander unterstützen und voneinander lernen. […] Die Working Out Loud Circle Methode bietet Mitarbeitern unabhängig von der Hierachieebene die Möglichkeit, vernetztes Arbeiten zu erleben und die eigenen Fähigkeiten darin auszubauen.“

Die Mitarbeiter von BMW haben die WOL Methode ausprobiert und darin einen Ansatz gefunden, der sich auf jegliche Projekte und Bereiche anwenden lässt. Die Idee begann mit ein paar Menschen, die ein funktionsübergreifendes Team bildeten. Ohne offizielle Genehmigung und ohne Budget testeten sie ihre Idee mit kleinen Experimenten und verbreiteten die Erfolge über soziale Netze, sowohl intern als auch extern. Sie nutzten das Feedback für Verbesserungen sowie um das Management zu überzeugen. Immer mehr Menschen werden beeinflusst und die Bewegung wächst stetig an.

Praxisbeispiel: Working Out Loud, um neue Mitarbeiter willkommen zu heißen

Jedes Unternehmen heißt seine Mitarbeiter unterschiedlich willkommen, meistens läuft es jedoch folgendermaßen ab: Als neuer Mitarbeiter durchläufst du einen Orientierungsprozess, der dich mit Regeln, Werten und Tools des Unternehmens vertraut macht. Du bekommst Zugangsdaten, einen Arbeitsplatz und lernst nach und nach die Menschen in deinem Team und deiner Abteilung kennen. Über die nächsten Jahre wirst du langsam ein Netzwerk aufbauen, das dich mit Wissen und Ressourcen versorgen kann. Was aber, wenn das Ganze viel schneller geht?

Die WOL Methode bildet Circles aus vier bis fünf Personen, die sich in verschiedene Abteilungen befinden können, je nach Prozess und Art der Verbindung, die entwickelt werden soll. Das Ziel aller neuen Mitarbeiter: Menschen in der neuen Organisation kennenlernen. Alle Gruppenmitglieder durchlaufen denselben Prozess, so entwickelt sich schnell ein vertrautes Gruppengefühl.

Während sich das Netzwerk Woche für Woche weiter ausbaut und die Beziehungen zu den Menschen in ihm vertieft, entwickeln sie eine neue Denkweise und neue Gewohnheiten: offenes, kooperatives Arbeiten. Ziel ist es, dass die Menschen für ihr nächstes Problem in der Lage sind die Menschen zu finden, die ihnen helfen können und mit denen sie Beziehungen aufbauen können. Diese Art der Einarbeitung von neuen Mitarbeitern erhöht das Engagement und die Konnektivität untereinander. Neue Mitarbeiter lernen durch die Peer-Support Gruppe.

Wer tiefer in das Thema WOL einsteigen will, sollte sich unbedingt den Podcast von t3n „Working Out Loud – Was steckt hinter dem Hype Begriff?“ anhören oder das Video zur Working Out Loud Konferenz bei Bosch ansehen.

Bereit? Um sofort loslegen zu können, solltest du zunächst kleine Schritte gehen und einen WOL Circle gründen. Wie genau ein WOL Circle abläuft, erklären wir in Teil 3 unserer Blogserie.

„Build relationships that matter. Better for you. Better for your organization.”

So lautet das Motto der aktuell weit verbreiteten „Working Out Loud (WOL) ” Methode, die von John Stepper entwickelt wurde. In über 40 Ländern und großen Unternehmen wie Bosch, Siemens und BMW hat WOL bereits Anklang gefunden.

Doch was genau verbirgt sich hinter dem Namen und was bewirkt WOL?

Working Out Loud setzt auf Beziehungen, die dir dabei helfen, deine Ziele zu erreichen und deine Fähigkeiten zu verbessern. Denn: Gemeinsam ist man besser. In der heutigen Zeit geht es nicht darum, allein so gut wie möglich zu performen. Vielmehr geht es um den Sharing Gedanken. Wir teilen unser Wissen, unsere Fragen und unsere Probleme und können von der Gemeinschaft profitieren. Ähnlich funktionieren die Formate Open Spaces oder Unkonferenzen.

„Laut arbeiten“ meint in diesem Zusammenhang „offenes arbeiten“. Wenn Menschen anfangen diese Methode umzusetzen, wird ihre Arbeit effektiver, sinngebender und erfüllender. Die gesamte Arbeitskultur wird offener und gemeinschaftlicher.

Wie kann ich WOL für mich sowie mein Unternehmen erfolgreich nutzen? In unserer dreigeteilten Blogserie verraten wir dir genau das! Außerdem empfehlen wir den TED Talk von John Stepper. Dort beschreibt Stepper, wie du deine Karriere vorantreiben und deinen Alltag positiv verändern kannst.

Teil 1 – Mache deine Arbeit sichtbar

WOD ist sowohl eine Lebenseinstellung, als auch eine praktische Methode, um unseren Alltag zu verändern. Wir lernen Beziehungen aufzubauen, die uns helfen, unsere Ziele zu erreichen. Durch Vertrauen und Verbundenheit entsteht eine harmonische Community mit mehr Wissen und mehr Möglichkeiten. Unsere Zusammenarbeit wird agiler und innovativer. Es geht nicht um das bloße Geben und Nehmen in einem großen Netzwerk. Durch das Teilen von Beiträgen aus unserer eigenen Arbeit und unseren eigenen Erfahrungen, werden wir für eine großes Umfeld sichtbar.

Diese Kerngedanken orientieren sich an fünf Prinzipien, die Stepper entwickelt hat. Die Devise lautet: Combine those elements like a superpower!

  • Beziehungen (Relationships)

    • Der Weg zum Wissen führt über die Gemeinschaft. Jeder trägt etwas Sinnvolles bei und baut dadurch nachhaltige Beziehungen zu anderen auf, die helfen können, Ziele zu erreichen, Probleme zu lösen und Fähigkeiten zu verbessern.
  • Großzügigkeit (Generosity)

    • Ziel ist es, ein starkes und nachhaltiges Netzwerk aufzubauen. Jeder teilt sein Wissen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
  • Sichtbare Arbeit (Visible Work)

    • Die eigene Arbeit sichtbar machen und somit einen wertvollen Beitrag für die Community zu leisten.
  • Zielgerichtetes Entdecken (Purposeful Discovery)

    • Du hast ein individuelles Ziel vor Augen und richtest deine Aktivitäten darauf aus, dieses Ziel zu erreichen. Welche Ressourcen brauchst du dafür? Wie kannst du dem Ziel näherkommen und kontinuierlich dabei lernen?
  • Wachstumsorientiertes Denken (Growth Mindset)

    • Lerne, immer offen und neugierig an Dinge heranzugehen und die unendlichen Möglichkeiten zu entdecken, die dich deinem Ziel näherbringen können.

Diese Prinzipien bilden nun den Ausgangspunkt für die WOL Circles – kleine Gruppen von vier bis fünf Personen, die sich 12 Wochen lang für je eine Stunde pro Woche treffen und gemeinsam die Ziele der Teilnehmer erarbeiten.

Du solltest dir zu Beginn folgende Fragen stellen:

Was versuche ich zu erreichen? Wer steht mit meinem Ziel in Verbindung? Wie kann ich dazu beitragen, unsere Beziehung zu vertiefen?

Es spielt dabei keine Rolle, ob dein Ziel privater oder beruflicher Natur ist. Während der Circles wirst du effektiv arbeiten können. Du hast Zugang zu einer Community, die dich mit Input und Möglichkeiten versorgen kann. Jede Woche geht es darum, neue Übungen auszuprobieren, die dich deinem Ziel näherbringen. Während du beispielsweise in einer Woche lernst, wie du sichtbarer wirst, lernst du in der nächsten Woche, wie du sinnvoll Beiträge in das Netzwerk einbringen kannst.

What’s in it for me?

Die WOL Circles bieten die die Möglichkeit Neues auszuprobieren und sich mit einer klaren Zielorientierung beruflich und privat weiterzuentwickeln. Das Ganze findet in einem geschützten Rahmen innerhalb eines stabilen und persönlichen Netzwerkes, mit Wertschätzung und Respekt füreinander, statt. Dadurch werden Beziehungen nachhaltig intensiviert. Die Treffen dauern nur eine Stunde, wodurch sie leicht in deinen Zeitplan zu integrieren sind. Du lernst, wie du deine Ziele schneller erreichen und dich dabei selbst im digitalen und vernetzten Arbeiten befähigen kannst, indem du digitale Medien nutzt.

Und, neugierig geworden?

Im zweiten Teil unserer Blogserie erfährst du, wie du WOL im Unternehmen zum Aufbau einer erfolgreichen Innovationskultur nutzen kannst.
Du willst wissen, wie genau ein WOL Circle abläuft? Dazu mehr in Teil 3 – Hands on: der WOL Circle.