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Was ist eigentlich Visual Storytelling?
Visual Coach Melanie Zucker im Gespräch mit der Digitalwerkstatt

Jetzt weiß ich, was ich will!

Ich bin Melanie Zucker! Als Visual Business Coach unterstütze ich Frauen in Führungsrollen, ihre persönliche Vision sprichwörtlich zu „sehen“, mit Stift und Papier festzuhalten, und im Alltag umzusetzen. Ganzheitlich, visuell und nachhaltig.

Wer schon mal in einem Vortrag oder Workshop das Vergnügen hatte, neben Melanie zu sitzen, der ist schon nach kurzer Zeit nicht mehr sicher, auf was er sich mehr konzentrieren soll – den eigentlichen Inhalt oder Melanie’s Mitschrift. Ohne Vorbereitung und tiefere Infos schafft sie es, am Ende ein sauber strukturiertes DIN A 4 Blatt zu haben und alle Informationen in Wort & Bild so miteinander zu verknüpfen, dass es einen logischen Zusammenhang ergibt.

Aus der Begeisterung heraus habe ich Melanie angesprochen, ob sie nicht mal Lust hat, in der Digitalworkshop ein Workshop Setting zu machen. Im Mai war es dann soweit und im Rahmen des Digital Detox Talks hat sie einen „Schnelldurchlauf“ im Visual Storytelling angeboten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren absolut begeistert und deshalb gibt es jetzt einen etwas breiter aufgestellten Ganztages-Workshop „Visual Storytelling – Erzähle deine Geschichte mit Papier und Stift“, in dem mehr Raum für Individualität und Übung ist.

Während der Vorbereitung hatte ich Gelegenheit, Melanie ein paar Fragen zu stellen.

Melanie, warum eigentlich „Visual Storytelling“? 

Die Fähigkeit, auch komplexe Sachverhalte oder Emotionen schnell und einfach z.B. in einem Workshop zu visualisieren, ist eine der Kernkompetenzen für die Zukunft. Meine Erfahrung zeigt, dass man damit so viel schneller ans Ziel kommt, weil Bilder Inhalte viel schneller als Worte transportieren können. Zudem fördern sie ein gemeinsames Verständnis und es ist immer wieder verblüffend, wie klar manche Dinge werden, wenn man sie erstmal aufgemalt hat. Da fällt es einem oft wie Schuppen von den Augen und man fragt sich, was daran vorher so kompliziert war, zu verstehen. Als Führungskraft habe ich oft erlebt, dass Themen monatelang diskutiert wurden – und letztendlich konnte mit Hilfe einer einfachen Zeichnung das Problem innerhalb von 30 Minuten geklärt werden.

Ein für mich weiterer wichtiger Punkt ist auch die Nachhaltigkeit von Bildern. Das Hirn speichert Bilderwelten viel besser ab und kann sich diese viel schneller und leichter wieder holen. Das fördert auch im Nachgang eines Gesprächs oder Workshops das gemeinsame Verständnis und die Tatsache, im wahrsten Sinne des Wortes „das gleiche Bild vor Augen zu haben“.

Und last but not least ist es einfach sehr individuell und man kann damit punkten – egal, ob man es mit Trainings oder Workshops zu tun hat. Ob jemand als Beraterin, Führungs- oder Fachkraft arbeitet: schön gestaltete Flip-Charts sind ein Markenzeichen und man bleibt leichter im Gedächtnis.

Storytelling ist aktuell in aller Munde – gehört es zu den neuen Kompetenzen im Business?

Aus meiner Sicht: ja! Durch die Hirnforschung ist belegt, dass Informationen besser und nachhaltiger verarbeitet werden, wenn sie mittels Geschichten und Bildern kommuniziert werden.

Gerade komplexe Sachverhalte im Business lassen sich oft sehr gut mit einem treffenden Bild oder einer aussagekräftigen Graphik auf die wesentlichen Punkte herunterbrechen.

Zudem wecken Bilder Emotionen beim Betrachter und knüpfen so an bereits bekanntes an. Die Botschaft kommt wirkungsvoller an als reiner Text.

Was ist das Besondere an diesem Workshop?

Zum einen werden wir das Handwerkszeug des Visualisierens kennenlernen, doch der Schwerpunkt liegt in der praktischen Anwendung dessen auf eine persönliche Geschichte mit einer Hauptfigur, unserem „Helden“.

Mir ist dabei wichtig, dass die Teilnehmer ein eigenes Thema mitbringen, das sie im Laufe des Tages mit einer visuellen Geschichte bearbeiten d.h. diese mittels einfachen Symbolen und Bildern zeichnen & erzählen. Der Held kann hierbei eine reale Figur sein, oder eine fiktive. Selbst Bäume und Schmetterlinge können Helden mit außergewöhnlichen Talenten sein – manchmal hilft gerade ein völlig abstruser Kontext, eine neue Perspektive, um die wesentlichen Aspekte herauszuarbeiten.

Ich lege besonderen Wert auf Selbstreflexion der Teilnehmer – aus meiner Sicht generell eine wertvolle Fähigkeit – und den gegenseitigen Austausch in der Kleingruppe. Durch die eigenen Erfahrungen und das Feedback der Gruppe entwickelt jeder Teilnehmer nicht nur seine persönliche Bildsprache, sondern erkennt auch die wesentlichen Aspekte seines mitgebrachten Themas sowie seine individuellen Lernfelder.

Was ist, wenn ein Teilnehmer kein eigenes Thema hat und einfach „nur“ Interesse an der Kunst der Visualisierung hat – ist er dann in dem Workshop überhaupt richtig?

Die Verbindung von Visualisierung & Storytelling ist das Herzstück dieses praxisnahen Workshops. Wir werden den ganzen Tag viel viel am Flipchart üben – doch eine gute Portion Neugier, Experimentierfreude und vor allem die Bereitschaft, sich auf diese Verbindung aktiv einzulassen ist Voraussetzung für ein einzigartiges Workshop-Erlebnis.

Ein eigenes Thema kann übrigens sehr vielfältig sein – hat nicht jeder etwas Interessantes zu erzählen? Etwas, auf das er so richtig stolz ist? Wo will jemand hin, wo kommt er her? Ich finde ja solche Geschichten irre spannend!

Daher lade ich den Teilnehmer ein, dem Prozess zu vertrauen, welche Geschichte mit Stift & Papier erzählt werden möchte – und selbstverständlich unterstütze ich bei der Ideenfindung während des Workshops.

Gerne beantworte ich weitere Fragen vorab auch per email: info@melaniezucker.com

Ich kann ja überhaupt nicht zeichnen…ist Zeichnen eine Voraussetzung, um am Workshop teilzunehmen?

Aus Erfahrung kann ich sagen: jeder kann zeichnen – und es kommt nicht darauf an, sich auf künstlerisch hohem Niveau zu verausgaben! Vielmehr: Neugierde & Spaß, etwas Neues auszuprobieren.

Und dann muss man wirklich sagen: es gibt ein paar grundlegende Techniken und Möglichkeiten, die man kennen muss und weiß, wie man sie einsetzt. Wir haben ganz viel Zeit zum Üben und Ausprobieren.

Ich staune immer wieder, was am Ende des Tages für herrlich visualisierte Geschichten und Aha-Erlebnisse für jeden einzelnen Teilnehmer entstehen.

Dein Motto lautet „Mit Vision leichter führen.“ – was genau heißt das?

Ich stelle immer wieder fest, dass viele Menschen mit den vielfältigen Angeboten, Möglichkeiten und Veränderungen, die uns tagtäglich begegnen, überfordert sind oder sich darin verlieren, oder letztendlich feststecken. Manchmal

Eine klare Vision zu haben bedeutet für mich, dass ich absolute Klarheit darüber habe, was mir wichtig ist, was ich in verschiedenen Lebensbereichen erreichen möchte und wie ich handeln möchte. Typischerweise sind dies Bereiche wie Beruf, Beziehung, Familie, Geld, Gesundheit.

Dadurch gewinne ich an Orientierung, Selbstsicherheit und Leichtigkeit in allem was ich tue, und kann so mich selbst leichter führen und auch andere.

Und zu guter Letzt: was müssen die Teilnehmer zum Workshop mitbringen?

Eigentlich nur gute Laune, Neugier und die Lust auf Neues! Getränke, Snacks und Materialien werden zur Verfügung gestellt.

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Konflikte im Beruf…nichts Neues, oder doch?
Wirtschaftsmediatorin Dr. Jutta Schmidt im Interview mit der Digitalwerkstatt

Mehr Kommunikation, weniger Konflikte?

Eigentlich sollte man denken, dass in der heutigen Zeit jeder entsprechende Grundsätze der Kommunikation inne hat. Wir wissen, was sich gehört und was nicht. Die Arbeitsumfelder werden immer flexibler, die Teams heterogener und interdisziplinärer und der Freiheitsgrad entsprechend höher. Man sollte meinen, Konflikte im Beruf gibt es nicht mehr. Oder doch? Weit gefehlt?

Dr. Jutta Schmidt kann davon ein Lied singen. Die Wirtschaftsmediatorin aus Strullendorf in der Nähe von Bamberg hat tagtäglich mit großen und kleinen Konflikten zu tun. Diese sind davon unabhängig, in welcher Altersstruktur, Größenstruktur und Branche wir uns bewegen. Es geht um den Menschen. Und überall, wo Menschen miteinander arbeiten, besteht nicht nur Raum für Ideen, sondern leider auch Raum für Konflikte. Neben Geld und Zeit kosten sie vor allem Energie, Nerven und schlußendlich gute Laune. Und jeder von uns weiß, dass Arbeit ohne Spaß dazu führt, unproduktiv und halbherzig seine Aufgaben zu erledigen.

Woran liegt es eigentlich, dass wir uns von Konflikten aus dem Gleichgewicht bringen lassen? Was ist denn ein „Konflikt“?
Jutta war so nett, im Interview mit der Digitalwerkstatt vor ihrer Impulssession am 19. Juli 2017 ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Jutta, was ist eigentlich ein Konflikt?

Schon allein das Definieren ist gar nicht so einfach. In erster Näherung möchte ich sagen: es gibt mindestens 2 Personen und mindestens eine(r) davon fühlt sich beeinträchtigt durch etwas, was der andere getan oder gesagt hat. Oder was er meint, was der andere getan oder gesagt hat. Hm, daran sieht man schon, dass es gar nicht so einfach ist mit der Definition!

Daneben gibt es natürlich auch noch innere Konflikte, d.h. Konflikte, die ich mit mir selbst habe. Etwas, was ich aufgrund meiner Vorstellungen oder Wünsche gerne möchte, steht im Widerspruch mit dem, was in der Realität passiert. Daraus resultiert ein Spannungszustand, welchen man als Konflikt bezeichnen kann.

Manchmal ärgere ich mich ganz furchtbar über eine andere Person. Für diejenige ist aber alles in Ordnung. Ist das dann ein Konflikt?

Ja, das ist es. Ich bin beeinträchtigt und bin wütend. Dass mein Gegenüber angeblich vollkommen entspannt ist, macht mich eher noch wütender. Das ist definitiv ein Spannungszustand wie oben beschrieben.

Gibt es Strategien, wie ich mit Konflikten umgehen kann?

Grundsätzlich werden 5 mögliche Strategien unterschieden, vom „Durchsetzen meines Standpunktes“ bis hin zum „Rückzug“. Welche ich davon wähle, ist zum einen abhängig von der Situation, aber auch, wie wichtig mir diese Situation ist. Ich würde auch nicht sagen, dass z.B. „Durchsetzen“ negativ ist, genauso wenig wie „Rückzug“. Jede Strategie hat seine Berechtigung. Das muss man im Einzelfall abwägen.

Unterscheiden sich private von beruflichen Konflikten?

Von der Definition und den Eigenschaften erstmal nicht. Auch die verschiedenen Strategien lassen sich beruflich und privat beobachten. Was unterschiedlich sein kann, sind die emotionalen Belastungen. Bei einem Streit mit einem Kollegen kann ich mich eventuell schneller abgrenzen und Kompromisslösungen suchen, bei meinem Partner gelingt das vielleicht nicht so schnell. Die berühmte nicht zugeschraubte Zahnpastatube im Bad sehe ich u.U. 365 Tage im Jahr, den unordentlichen Kollegen nicht ganz so häufig….

Wann ist es sinnvoll, einen Mediator oder überhaupt eine externe Person einzuschalten?

Immer dann, wenn ich selbst überhaupt nicht weiterkomme, meine Gedanken immer wieder über den Konfliktfall kreisen und scheinbar keine Lösung in Sicht ist, kann es sinnvoll sein, sich mit jemanden außerhalb des Konflikts auszutauschen. Ob eine Mediation das geeignete Verfahren ist oder man für sich selbst eine Konfliktberatung in Anspruch nimmt, hängt vom Einzelfall ab. Darüber hinaus ist eine Mediation sinnvoll, wenn ein Konflikt schon so weit eskaliert ist, dass die Fronten verhärtet erscheinen, es überhaupt schon Fronten gibt, so dass z.B. ein Team nicht mehr gemeinsam ein Projekt vorantreiben kann, sondern sich gegenseitig auszubooten sucht.

Ich empfinde Konflikte als unglaublich anstrengend. Ist es nicht besser, sich diesen zu entziehen (und damit Energie zu sparen) statt sich ihnen zu stellen?

Ja, das kann durchaus auch eine „richtige“ Strategie sein. Wenn ich z.B. ohnehin sehr angespannt bin und ich vor lauter To-Dos nicht mehr weiß, wo ich zuerst anfangen soll, muss ich mich im Moment nicht auch noch einer möglicherweise schwierigen Konfliktbearbeitung stellen. Manche Konflikte lösen sich auch erstmal von alleine auf. Generell empfehle ich aber nicht, um sämtliche Konflikte einen Bogen zu machen. Solche Umwege kosten nämlich auch Energie. Ungelöste Konflikte „im Untergrund“ sind zumal nicht gesundheitsfördernd.

Gerade im Beruf ist es aber auch schwierig, wenn ich mich z.B. immer wieder über meinen Teamleiter ärgere, er aber das Sagen hat. Ich kann ihm ja schlecht eine Mediation vorschlagen.

Ja, aber ich kann (z.B. in einer Konfliktberatung) überlegen, wie ich mit der Situation anders umgehen kann, welche Möglichkeiten es z.B. gibt, ihn anzusprechen oder die Lage zu diskutieren. Klar ist, dass ich mein Gegenüber nicht dazu zwingen kann, sich zu verändern. Aber den Spielraum, den ich selbst für mich habe, kann ich erstmal anschauen und vielleicht auch ausweiten. Meistens ist es uns nicht bewusst, was wir noch ändern können. Wir bleiben lieber in der „der Andere ist schuld, da kann man nichts machen“ – Haltung.

Du als Wirtschaftsmediatorin hast doch sicher schon viele Konfliktfälle gesehen oder gehört. Wenn ich dir nun meinen persönlichen Fall erzähle, hast du sicher schon eine Idee, was wir tun können. Warum schlägst du mir dann nicht direkt gleich eine Lösung vor? Du bist doch die Expertin – warum sollen wir uns erst lange mit den Konfliktursachen oder –auswirkungen beschäftigen? Dazu haben wir keine Zeit!

Das wäre wirklich prima, wenn ich für alle Konfliktfälle eine geeignete Lösung parat hätte. Habe ich aber nicht, dazu ist jeder Fall zu spezifisch. Außerdem gibt es noch einen großen Unterschied: nach einer Mediation gehe ich von dannen und lasse Sie allein. Da ist es wesentlich besser, du hast die Lösung oder zumindest die Ideen selbst gehabt. Die Wahrscheinlichkeit, dass du mit einer selbst gefundenen Lösung glücklich wirst, ist jedenfalls deutlich höher, als wenn ich dir etwas vorschlage.

Dennoch: wenn wir gemeinsam die Konfliktsituation beleuchtet und durchdrungen haben und bei der Lösungssuche sind, kann es schon sein, dass mir eine Idee einfällt, die vielleicht andere in einer ähnlichen Situation auch schon hatten. Dann sage ich das auch. Entscheiden musst aber letztendlich du als Experte für deinen Konflikt!

Du als Wirtschaftsmediatorin hast in deinem Umfeld sicher keine Konflikte, oder? Du kannst doch Konfliktlagen schon vorher erkennen und dementsprechend agieren.

Naja, das würde ich so nicht sagen. Als beauftragte Mediatorin komme ich von außen. Wenn ich selbst in einem Konflikt drinstecke, dann bin ich selbst (emotional) beteiligt und nicht „außenstehend“. Das heißt, ich kann mich genauso über ein Gegenüber ärgern, in einen Teufelskreis geraten oder die Schuld bei dem anderen suchen wie jeder von uns. Was mir vielleicht schneller gelingt ist, die Dynamiken zu erkennen und dann auszusteigen. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch für mich anstrengend oder mühselig sein kann.

Vielen Dank, liebe Jutta Schmidt, für diesen ersten Einblick. Wir freuen uns schon sehr auf deinen Vortrag und sind gespannt, was du uns aus der Praxis mitbringen kannst, damit wir mit potenziellen Konflikten und deren Auslösern zukünftig besser umgehen können.