„Build relationships that matter. Better for you. Better for your organization.”

Den theoretischen Ablauf der WOL Methode findest du in Teil 1 und Teil 2 unserer Blogserie zum Thema Working Out Loud, nun geht es um die praktische Umsetzung.

Das Grundprinzip

Ein WOL Circle besteht aus einer Gruppe von 4-5 Personen, die sich mit 3 Kernfragen beschäftigt:

Was versuche ich zu erreichen? Wer steht mit meinem Ziel in Verbindung? Was kann ich dazu beitragen, um unsere Beziehung zu vertiefen? Über einen Zeitraum von 12 Wochen trifft sich dein Circle für eine Stunde pro Woche und orientiert sich an einem kurzen und einfachen Leitfaden. Du lernst, jede Woche kleine Schritte zu machen, um am Ende ein großes, vielfältiges Netzwerk zu haben, dass du auf verschiedene Ziele anwenden kannst.

Innerhalb deiner Gruppe werden alle Teilnehmer effektiver in ihrem Tun, helfen sich gegenseitig und motivieren einander. Es entstehen tiefe, sinnerfüllende Beziehungen, die Kompetenz, Innovation und Kollaboration vereinen. Jeder kann etwas Sinnvolles zu Debatten und Prozessen beitragen. Es zählt das WIR!

Get ready

Genug Theorie, jetzt geht es endlich los! Jeder Teilnehmer beginnt mit einem individuellen Ziel, das ihm wichtig ist. Der Circle Guide gibt Anweisungen, wie jede einzelne Woche ablaufen wird. Wichtig ist, dass alle Teilnehmer offen über Fortschritte und Hindernisse der Zielerreichung sprechen, nur so kann man sich gegenseitig helfen. Die 12 Wochen dienen als Guideline. Jede Woche kommst du deinem Ziel ein kleines Stück näher und bekommst von anderen Teilnehmern Feedback, aus dem du lernen kannst.

Ganz wichtig: Tu etwas! Es gibt niemanden der kontrolliert, wie du deine Übungen machst. Es liegt ganz allein bei dir. Wenn deine Motivation nachlässt oder du ein Treffen versäumst, dann nimm dir weniger vor und mach kleinere Schritte. Das ist besser als ganz aufzuhören. Außerdem kannst du deinen Circle jederzeit um Hilfe bitten. Großzügig helfen und sich gegenseitig vertrauen sind die Schlüssel zum Erfolg.

12 Wochen im Überblick

Woche 1: Aufmerksamkeit schärfen

Nach dem ersten gemeinsamen kennenlernen, wählt jeder Teilnehmer sein individuelles Ziel aus. Um deinem persönlichen Ziel näher zu kommen, erstellst du zunächst eine Liste von Personen, die in Verbindung mit deinem Ziel stehen.

Woche 2: Beiträge anbieten

Gehe deine List aufmerksam durch und erstelle kleine Beiträge für die Personen auf deiner Liste. Dadurch wirst du die Beziehung vertiefen.

Woche 3: Mache drei kleine Schritte

Passe dein Zeitmanagement an, füge weitere Kontakte zu deiner Beziehungsliste hinzu und gestalte eine andere Art von Beiträgen. So kannst du deine Praxis festigen.

Woche 4: Aufmerksamkeit gewinnen

In dieser Woche lernst du, wie du deine Beiträge persönlicher und wertvoller gestaltest. Du übst, wie du Nachrichten verfasst und auf Menschen zugehen kannst.

Woche 5: Verstehe deine Persönlichkeit

Anstatt in eingeschränkten Rahmen zu denken lernst du in dieser Woche, was das Spektrum deiner Persönlichkeit zu bieten hat. Das, was dich ausmacht, wird die Basis für eine sinnvolle Verbindung zu anderen.

Woche 6: Sichtbar werden

Bist du sichtbar? Ist deine Arbeit sichtbar? In dieser Woche lernst du, wie du deine Online Präsenz verbessern kannst, sodass andere dich finden können. Das erhöht deine Chancen, Kontakte zu knüpfen.

Woche 7: Zielgerichtet arbeiten

In dieser Woche wirst du einen Brief an dich selbst schreiben, geschrieben von deinem zukünftigen Ich. Durch die Formulierung einer langfristigen Vision wird dein Ziel realer.

Woche 8: Routine entwickeln

Du lernst, wie deine neuen Gewohnheiten zum Alltag werden und dich immer weniger Mühe kosten. Zudem übst du, wie du mit Schwierigkeiten und Hürden umgehen kannst.

Woche 9: Eigenständige Beiträge

Du bist nun an einem Punkt angekommen, an dem du die Bandbreite deiner Beiträge erweitern kannst. Du wirst mehr von deiner Arbeit und deinen Gedanken sichtbar machen und so einen weiteren Schritt in Richtung deines Ziels machen.

Woche 10: Systematisch arbeiten

In Woche 10 lernst du, mit zwei leichten Systemen umzugehen, die dir helfen, Dinge einfacher zu machen. Zum einen lernst du neue Beiträge zu identifizieren, zum anderen wie du deine Beziehungsliste besser verwaltest.

Woche 11: Fokus erweitern

Bisher hast du deinen Fokus auf individuelle Beiträge und Verbindungen gelegt. Jetzt geht es darum ein Gespür zu entwickeln für das, was möglich ist. Dein Netzwerk wird umfassender und du musst dir deiner Rolle darin bewusst werden.

Woche 12: Reflektieren und feiern

12 Wochen sind vorbei und du hast einiges erreicht. Das Ende dieses Circles stellt gleichzeitig einen neuen Anfang dar. Was hast du Neues gelernt? Was kann in der Zukunft noch kommen? Feiert euer letztes Treffen gemeinsam.

Neugierig geworden?

Alle wichtigen Informationen zu WOL findest du hier. Wenn du bei einem Circle selbst teilnehmen willst, dann informiere dich beispielsweise auf Facebook oder LinkedIn über Treffen in deiner Nähe. In Zukunft wird es auch bei uns WOL Circle geben, nähere Informationen dazu folgen noch.

„Build relationships that matter. Better for you. Better for your organization.”

Nachdem wir im ersten Teil unserer Blogserie WOL die Methode WOL und die individuellen Vorteile vorgestellt haben, geht es im zweiten Teil nun um Unternehmen. Wie können Unternehmen von WOL profitieren und die Methode als Mittel einsetzen, um eine erfolgreiche Innovationskultur zu fördern?

Working Out Loud bedeutet, die eigene Arbeit öffentlich zu machen, mit anderen Kollegen in den Dialog zu kommen und Informationen über Fortschritte und Hürden auszutauschen. Je mehr Beteiligte, umso höher ist der Nutzen für Teams und das gesamte Unternehmen. Ziel ist es, die (digitale) Zusammenarbeit zu fördern und die Innovationskraft zu stärken.

Wer kann die Methode WOL nutzen?

Das Gute: Working Out Loud ist für alle geeignet. Sowohl große Unternehmen, als auch KMUs, Start-Ups, Schulen, Krankenhäuser und andere Organisationen können von der Methode profitieren. Um im digitalen Wandel nicht abgehängt zu werden, ist WOL ein unerlässliches Tool. Eine kollaborative und transparente Zusammenarbeit in Netzwerken ist einer der Schlüsselqualifikationen unserer neuen digitalen Arbeitswelt. Vielen Unternehmen fällt aber genau diese Umsetzung noch sehr schwer und das Potenzial von Networking wird nicht optimal genutzt.

Ein Blick über den Tellerrand hilft jahrelanges Silodenken zu überwinden. Vernetzte Mitarbeiter beeinflussen die Unternehmenskultur positiv. Anstatt starrer formaler Strukturen findet der Wissensaustausch informal und interdisziplinär über die Abteilungsgrenzen hinaus statt. Das fördert die Kollegialität und lässt Aufgaben und Probleme aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Innovationen und neue Arbeitsmethoden werden so automatisch vorangetrieben.

Mitarbeiter und Kollegen für WOL motivieren

Doch wie schafft man es, seine Mitarbeiter und Kollegen für WOL zu begeistern? Viele Menschen haben zunächst Vorbehalte, diese gilt es zu beseitigen. Kleine Circle ermutigen die Menschen, offen über ihre Arbeit zu reden, ohne Angst vor einem Wettbewerb untereinander. Der geschützte Rahmen der Circles soll Sicherheit und Vertrauen geben. Die Treffen können analog oder digital stattfinden und sich sowohl mit persönlichen als auch beruflichen Zielen beschäftigen. Dabei müssen die Teilnehmer keinesfalls im selben Bereich arbeiten oder die gleichen Ziele verfolgen. Im Gegenteil: Je heterogener die Gruppe, umso mehr kommen verschiedene Sichtweisen und Kontakte zusammen.

Wie ein offener Dialog Unternehmen voran bringt

Dass Working Out Loud erfolgreich in der Praxis funktioniert, zeigen Unternehmen wie Bosch, Siemens oder BMW. Christoph Kübel, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Robert Bosch GmbH ,beschreibt, dass WOL den Transformationsprozess von Bosch unterstützt: „Um die vernetzte Welt erfolgreich zu gestalten, müssen wir über jegliche Grenzen hinweg zusammenarbeiten, einander unterstützen und voneinander lernen. […] Die Working Out Loud Circle Methode bietet Mitarbeitern unabhängig von der Hierachieebene die Möglichkeit, vernetztes Arbeiten zu erleben und die eigenen Fähigkeiten darin auszubauen.“

Die Mitarbeiter von BMW haben die WOL Methode ausprobiert und darin einen Ansatz gefunden, der sich auf jegliche Projekte und Bereiche anwenden lässt. Die Idee begann mit ein paar Menschen, die ein funktionsübergreifendes Team bildeten. Ohne offizielle Genehmigung und ohne Budget testeten sie ihre Idee mit kleinen Experimenten und verbreiteten die Erfolge über soziale Netze, sowohl intern als auch extern. Sie nutzten das Feedback für Verbesserungen sowie um das Management zu überzeugen. Immer mehr Menschen werden beeinflusst und die Bewegung wächst stetig an.

Praxisbeispiel: Working Out Loud, um neue Mitarbeiter willkommen zu heißen

Jedes Unternehmen heißt seine Mitarbeiter unterschiedlich willkommen, meistens läuft es jedoch folgendermaßen ab: Als neuer Mitarbeiter durchläufst du einen Orientierungsprozess, der dich mit Regeln, Werten und Tools des Unternehmens vertraut macht. Du bekommst Zugangsdaten, einen Arbeitsplatz und lernst nach und nach die Menschen in deinem Team und deiner Abteilung kennen. Über die nächsten Jahre wirst du langsam ein Netzwerk aufbauen, das dich mit Wissen und Ressourcen versorgen kann. Was aber, wenn das Ganze viel schneller geht?

Die WOL Methode bildet Circles aus vier bis fünf Personen, die sich in verschiedene Abteilungen befinden können, je nach Prozess und Art der Verbindung, die entwickelt werden soll. Das Ziel aller neuen Mitarbeiter: Menschen in der neuen Organisation kennenlernen. Alle Gruppenmitglieder durchlaufen denselben Prozess, so entwickelt sich schnell ein vertrautes Gruppengefühl.

Während sich das Netzwerk Woche für Woche weiter ausbaut und die Beziehungen zu den Menschen in ihm vertieft, entwickeln sie eine neue Denkweise und neue Gewohnheiten: offenes, kooperatives Arbeiten. Ziel ist es, dass die Menschen für ihr nächstes Problem in der Lage sind die Menschen zu finden, die ihnen helfen können und mit denen sie Beziehungen aufbauen können. Diese Art der Einarbeitung von neuen Mitarbeitern erhöht das Engagement und die Konnektivität untereinander. Neue Mitarbeiter lernen durch die Peer-Support Gruppe.

Wer tiefer in das Thema WOL einsteigen will, sollte sich unbedingt den Podcast von t3n „Working Out Loud – Was steckt hinter dem Hype Begriff?“ anhören oder das Video zur Working Out Loud Konferenz bei Bosch ansehen.

Bereit? Um sofort loslegen zu können, solltest du zunächst kleine Schritte gehen und einen WOL Circle gründen. Wie genau ein WOL Circle abläuft, erklären wir in Teil 3 unserer Blogserie.

„Build relationships that matter. Better for you. Better for your organization.”

So lautet das Motto der aktuell weit verbreiteten „Working Out Loud (WOL) ” Methode, die von John Stepper entwickelt wurde. In über 40 Ländern und großen Unternehmen wie Bosch, Siemens und BMW hat WOL bereits Anklang gefunden.

Doch was genau verbirgt sich hinter dem Namen und was bewirkt WOL?

Working Out Loud setzt auf Beziehungen, die dir dabei helfen, deine Ziele zu erreichen und deine Fähigkeiten zu verbessern. Denn: Gemeinsam ist man besser. In der heutigen Zeit geht es nicht darum, allein so gut wie möglich zu performen. Vielmehr geht es um den Sharing Gedanken. Wir teilen unser Wissen, unsere Fragen und unsere Probleme und können von der Gemeinschaft profitieren. Ähnlich funktionieren die Formate Open Spaces oder Unkonferenzen.

„Laut arbeiten“ meint in diesem Zusammenhang „offenes arbeiten“. Wenn Menschen anfangen diese Methode umzusetzen, wird ihre Arbeit effektiver, sinngebender und erfüllender. Die gesamte Arbeitskultur wird offener und gemeinschaftlicher.

Wie kann ich WOL für mich sowie mein Unternehmen erfolgreich nutzen? In unserer dreigeteilten Blogserie verraten wir dir genau das! Außerdem empfehlen wir den TED Talk von John Stepper. Dort beschreibt Stepper, wie du deine Karriere vorantreiben und deinen Alltag positiv verändern kannst.

Teil 1 – Mache deine Arbeit sichtbar

WOD ist sowohl eine Lebenseinstellung, als auch eine praktische Methode, um unseren Alltag zu verändern. Wir lernen Beziehungen aufzubauen, die uns helfen, unsere Ziele zu erreichen. Durch Vertrauen und Verbundenheit entsteht eine harmonische Community mit mehr Wissen und mehr Möglichkeiten. Unsere Zusammenarbeit wird agiler und innovativer. Es geht nicht um das bloße Geben und Nehmen in einem großen Netzwerk. Durch das Teilen von Beiträgen aus unserer eigenen Arbeit und unseren eigenen Erfahrungen, werden wir für eine großes Umfeld sichtbar.

Diese Kerngedanken orientieren sich an fünf Prinzipien, die Stepper entwickelt hat. Die Devise lautet: Combine those elements like a superpower!

  • Beziehungen (Relationships)

    • Der Weg zum Wissen führt über die Gemeinschaft. Jeder trägt etwas Sinnvolles bei und baut dadurch nachhaltige Beziehungen zu anderen auf, die helfen können, Ziele zu erreichen, Probleme zu lösen und Fähigkeiten zu verbessern.
  • Großzügigkeit (Generosity)

    • Ziel ist es, ein starkes und nachhaltiges Netzwerk aufzubauen. Jeder teilt sein Wissen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
  • Sichtbare Arbeit (Visible Work)

    • Die eigene Arbeit sichtbar machen und somit einen wertvollen Beitrag für die Community zu leisten.
  • Zielgerichtetes Entdecken (Purposeful Discovery)

    • Du hast ein individuelles Ziel vor Augen und richtest deine Aktivitäten darauf aus, dieses Ziel zu erreichen. Welche Ressourcen brauchst du dafür? Wie kannst du dem Ziel näherkommen und kontinuierlich dabei lernen?
  • Wachstumsorientiertes Denken (Growth Mindset)

    • Lerne, immer offen und neugierig an Dinge heranzugehen und die unendlichen Möglichkeiten zu entdecken, die dich deinem Ziel näherbringen können.

Diese Prinzipien bilden nun den Ausgangspunkt für die WOL Circles – kleine Gruppen von vier bis fünf Personen, die sich 12 Wochen lang für je eine Stunde pro Woche treffen und gemeinsam die Ziele der Teilnehmer erarbeiten.

Du solltest dir zu Beginn folgende Fragen stellen:

Was versuche ich zu erreichen? Wer steht mit meinem Ziel in Verbindung? Wie kann ich dazu beitragen, unsere Beziehung zu vertiefen?

Es spielt dabei keine Rolle, ob dein Ziel privater oder beruflicher Natur ist. Während der Circles wirst du effektiv arbeiten können. Du hast Zugang zu einer Community, die dich mit Input und Möglichkeiten versorgen kann. Jede Woche geht es darum, neue Übungen auszuprobieren, die dich deinem Ziel näherbringen. Während du beispielsweise in einer Woche lernst, wie du sichtbarer wirst, lernst du in der nächsten Woche, wie du sinnvoll Beiträge in das Netzwerk einbringen kannst.

What’s in it for me?

Die WOL Circles bieten die die Möglichkeit Neues auszuprobieren und sich mit einer klaren Zielorientierung beruflich und privat weiterzuentwickeln. Das Ganze findet in einem geschützten Rahmen innerhalb eines stabilen und persönlichen Netzwerkes, mit Wertschätzung und Respekt füreinander, statt. Dadurch werden Beziehungen nachhaltig intensiviert. Die Treffen dauern nur eine Stunde, wodurch sie leicht in deinen Zeitplan zu integrieren sind. Du lernst, wie du deine Ziele schneller erreichen und dich dabei selbst im digitalen und vernetzten Arbeiten befähigen kannst, indem du digitale Medien nutzt.

Und, neugierig geworden?

Im zweiten Teil unserer Blogserie erfährst du, wie du WOL im Unternehmen zum Aufbau einer erfolgreichen Innovationskultur nutzen kannst.
Du willst wissen, wie genau ein WOL Circle abläuft? Dazu mehr in Teil 3 – Hands on: der WOL Circle.

Scrum, Kanban und Lean – agile Methoden sind auf dem Vormarsch und beeinflussen den unternehmerischen Erfolg maßgeblich. Auf Änderungen im Umfeld muss ein Unternehmen flexibel reagieren, um insbesondere in der heutigen Zeit der Globalisierung, Innovation und Vernetzung dynamisch zu agieren. Aber wie sieht der Unternehmensalltag in der Praxis aus?

Eine Studie der Hays AG und dem Institut für Beschäftigung und Employability hat anhand von 1.036 Mitarbeitern, Führungskräften und Geschäftsführern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gezeigt, dass agile Methoden in den meisten Unternehmen noch nicht angekommen sind. Die Studienteilnehmer wurden nach Wichtigkeit und Nutzung von acht agilen Verfahrensweisen befragt.

Was genau charakterisiert agile Methoden?

Was?Erfolgsfaktoren

Design Thinking

Design Thinking ist ein kreativer Prozess, um Innovationspotenziale zu erkennen. Das Serviceangebot ist so zu gestalten, dass eine konsequente Kundenperspektive berücksichtigt wird. Durch ständige Rückkoppelung verbessert sich der Prozess dauerhaft.Durch Design Thinking  entstehen maßgeschneiderte Lösungen, die dem tatsächlichen Kundenbedarf entsprechen.

Innovationslabore

Innovationslabore sind räumlich getrennte Bereiche, in denen Ideen in schnellen Iterationen am Markt und innovative Prozesse entwickelt werden. Die generierten Ideen können mit wenig Aufwand direkt umgesetzt werden.Innovationslabore stärken die Innovationskraft und ermutigen zum kreativen Querdenken.

Personal Kanban

Personal Kanban ist eine einfache Methode, um Projekte, Aufgaben und Termine effektiv zu erledigen. Das Kanban-Board gibt eine Übersicht über den Status die zu erledigende Tätigkeit.Personal Kanban bietet eine schnelle und kollaborative Übersicht von Arbeitsprozessen und schafft Transparenz und Effizienz.

Lean Startup

Lean Startup beschreibt einen Ansatz zur Produkt- und Geschäftsentwicklung, bei dem alle Prozesse so schlank wie möglich gehalten werden. Zu den drei wichtigen Elementen zählen der interaktive Produkt-Launch, ein kurzer Produktentwicklungs-Zyklus und das Kundenfeedback.Bei dieser Methode wird sich auf das Wesentliche konzentriert. Das frühe Testen von Hypothesen und Funktionen zeigt, ob die richtige Richtung eingeschlagen wurde.

Instant Open Space

Das Instant Open Space ist eine Meetingmethode, bei der die Teilnehmer zur eigenen Themensetzung angeregt werden und frei über Themen diskutieren können, aus denen sich neue Ideen ergeben.Komplexe Themen können in kürzester Zeit von vielen Mitarbeitern bearbeitet werden und ein reger Austausch wird gefördert.

Scrum

Bei der Scrum Methode handelt es sich um ein Rahmenwerk mit festen Regeln. Die Planung von Projekten findet schrittweise innerhalb von zwei bis vier Wochen statt und wird von einem kleinen Team bearbeitet. Der Scrum Master kümmert sich um die Regeleinhaltung, ein Produtct Owner beachtet kontinuierlich die Kundenbedürfnisse.Insbesondere das kontinuierliches Lernen und gegenseitige Unterstützung zählen zu den Scrum Erfolgsfaktoren.

Delegation Poker

Delegation Poker ist ein Spiel, bei dem die Teilnehmer für eine Delegation von Verantwortlichkeiten sensibilisiert werden. Die Mitarbeiter lernen, dass Delegation ein schrittweiser Prozess ist, der von der Situation abhängt.Beim Delegation Poker kann Agilität spielerisch erlernt werden. Führungsimpulse können gesetzt werden, die Selbstorganisation von Teams wird gefördert und es entsteht Klarheit über Entscheidungsprozesse und Zuständigkeiten.

Lean Coffee

Die Lean Coffee Methode ist eine leicht umsetzbare und schlanke Herangehensweise, um den kollegialen Wissensaustausch ohne starre Regeln zu fördern. Insbesondere für kleinere Gruppen ist diese Methode geeignet.Die Eigeninitiative der Teilnehmer steht im Fokus. Die gemeinsam erstellte Agenda fördert das Engagement für die Themen.

Design Sprint

Der Design Sprint ist von Google entwickelt und dem Design Thinking sehr ähnlich. Das Konzept ist starrer und für fünf Wochentage konzipiert. Schnelle Ideen sollen generiert und gegebenenfalls wieder verworfen werden.Nach höchstens fünf Tagen entsteht ein fertiges Produkt, welches die Kundenperspektive maximal berücksichtigt.

Business Model Canvas

Das Business Model Canvas dient als Ergänzung von agilen Methoden. Ein einseitig entworfener Business Plan zeigt was gebraucht wird, um mit der Idee zu starten.Das Business Model Canvas funktioniert als eine Art Kommunikationsmittel innerhalb des Teams und strukturiert die Vision.

Wie sieht die Umsetzung in der Praxis aus?

Viele Unternehmen kennen agile Methoden, benutzen sie in der Praxis aber kaum. Design Thinking nutzt bisher lediglich eins von fünf Unternehmen. Auch das Personal Kanban sowie die Lean Startup Methode schneiden eher schlecht in dem Ranking ab. Nur 16 Prozent beziehungsweise 14 Prozent der Unternehmen verwenden die Methoden. Agilität erfordert insbesondere einen Umbruch in der Unternehmenskultur und innerhalb der Organisation und nicht nur das bloße Einführen neuer Begriffe.

Welche Unternehmen nutzen agile Methoden erfolgreich?

Design Thinking bei Bosch

Bosch setzt mit der „Plattform 12“ auf agile Methoden. Die Räumlichkeiten beinhalten jede Menge Bastelmaterial, Werkzeuge und bemalbaren Fensterscheiben. Mitarbeiter mit kreativen Denkblockaden finden hier neue Inspirationen. Insbesondere die Methode des Design Thinkings wird von Bosch Mitarbeitern praktiziert, um Lösungen aus Kundenperspektive zu entwickeln. Mit Post its und Legosteinen werden Szenarien nachgebaut und gemeinsam innovative Ideen entwickelt. Hierarchische Strukturen spielen hierbei keine Rolle.

Innovationslabor der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn  setzt bei ihren Innovationsprozessen auf das d.lab – das Innovationslabor dient als Vordenker für neue Produktinnovation an der Kundenschnittstelle. Primär beschäftigen sich die Mitarbeiter hier mit der Verbesserung des Kundenerlebnisses im Personenverkehr. Schnelle Prototypen werden entwickelt, um Ideen und Konzepte greifbar zu machen. Diese werden direkt danach am Kunden getestet und anhand von Feedback verbessert. Mitarbeiter erarbeiten neue Innenraumkonzepte für die Modernisierung von S-Bahn Wagen in München. Zudem setzt die Deutsche Bahn auf agile Methoden wie Design Thinking, um innovativ agieren und Kundenbedürfnisse fokussieren zu können.

Agile Führung bei Adidas

Ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, welches die Bedeutung von agilem Management versteht, ist die Adidas-Gruppe. Um die Belegschaft für agile Methoden zu sensibilisieren, setzt Adidas bei der Führungskultur an. Um eine neue Denkweise zu implementieren, nehmen Führungskräfte eine Vermittlerrolle ein. Durch Leitsätze wie „Denke kundenorientiert“ oder „Entwickle andere“ soll die Kompetenz der Mitarbeiter erhöht werden. Um die Schnelligkeit bei Adidas zu verbessern, beschäftigen sich spezielle Teams damit, wie flexible Produktionsmöglichkeiten entstehen. Neue Personalentwicklungsmaßnahmen erhöhen die Reflexionsfähigkeit und Flexibilität der Mitarbeiter.

Fazit

Die Theorie scheitert oftmals an der Unternehmenspraxis. Um dem Ganzen entgegenzuwirken und agile Methoden dauerhaft zu implementieren, muss sich die Unternehmenskultur grundlegend verändern. Die Praxisbeispiele von Adidas, Bosch und der Deutschen Bahn zeigen, wie eine Umsetzung von agilen Methoden im Unternehmen aussehen kann.

Letztlich geht es immer um „Mindset“ und Kultur. Jegliche Tools und Methoden sind nutzlos, wenn die bestehende Organisation nicht ihre Denkweise ändert. Dazu gehören insbesondere Transparenz, Vertrauen und Befähigung von Teams. Auch HR kommt eine wichtige Bedeutung als Impulsgeber und Treiber zu, neue Dinge auszuprobieren. Das Netzwerk zwischen den Mitarbeitern und dem Unternehmen sollte im Fokus stehen. Individuelle Lösungen und Beispiele zeigen auf, wie die Veränderung der Kultur funktionieren kann.

Digital Leadership, agile Organisationen und eine New Work Bewegung – jeder spricht von neuen Potenzialen, kreativen Innovationen und einer offenen Unternehmenskultur. Doch was genau bedeutet das im realen Leben? Genau dieser Frage haben wir uns beim Book Sprint 2018 angenommen und uns das Ziel gesetzt, HR zum Gestalter zu machen.

In 48 Stunden gemeinsam ein Buch schreiben – geht das?

Ein Buch im Schnellverfahren schreiben mit Experten aus Digitalisierung, Beratung und Führung – kann das funktionieren? Der Book Sprint „changing the game“ sollte sich dieser Herausforderung stellen. Aber wie verläuft so ein Book Sprint?

Das Prinzip ist mit dem einer Unkonferenz vergleichbar. Die Teilnehmer werden zu Teilgebern, tauschen ihr Wissen aus und verfassen über ihr jeweiliges Spezialgebiet einen Beitrag. Der Ablauf erfolgt weitestgehend selbstorganisiert, lediglich der Rahmen ist gesetzt und bestimmte Impulse werden von den Organisatoren, in dem Fall Joanna Zajfert, Dorothee Brommer und Annika Leopold, gegeben.

Weg vom Silo-Denken und einen Blick über den Tellerrand wagen

Die Idee zum Book Sprint „changing the game“ entstand vor zwei Jahren im Innovationsbeirat. Die drei Unternehmerinnen lernten sich beim monatlichen Treffen kennen. Sie diskutierten über ihre täglichen Erfahrungen bei den verschiedensten Unternehmen und die dort häufig vorzufindende Frustration der Mitarbeiter. Starre Strukturen und veraltete Denkmuster lassen viele Potenziale unerkannt und verhindern oftmals den Fortschritt und die Entfaltung der Mitarbeiter sowie der gesamten Organisation. Stattdessen braucht es Impulse, Freiraum für Ideen und eine Portion Mut, um kreative Gedanken zu Innovationen werden zu lassen. Die Theorie scheint klar zu sein, an der Umsetzung scheitert es jedoch häufig. An dieser Stelle knüpft der Book Sprint „changing the game“ an – Unternehmertum soll mit neuem Denken infiziert werden.

Ein Buch auf die klassische Art zu schreiben, dauert sehr lange. Zu lange für die drei Organisatorinnen des Book Sprints. Deshalb wählten sie den unkonventionellen Weg eines Book Sprints – eine Methode, mit der mehrere Experten ein Buch gemeinsam verfassen. Ein Buch im Schnellverfahren – ähnlich wie beim bereits erfolgten Book Sprint 2014.

„Wir wollten möglichst viel geballtes Wissen aus den unterschiedlichsten Disziplinen sammeln und zu einem Gesamtwerk bündeln,“ so Annika Leopold, Inhaberin der Digitalwerkstatt. „Das Ganze läuft ab wie ein interaktiver Workshop. Aus Teilnehmern werden Teilgeber – und die, die dabei sind, sind die Richtigen,“ ergänzt Dorothee Brommer, die Unternehmen bei der Umsetzung von Un-Konferenzen unterstützt.

Es folgten monatelange Vorbereitungen, getrieben aus purer Leidenschaft und dem Gedanken der offenen Innovation.

Der starke Wille (die Vorbereitungen liefen neben den beruflichen Aktivitäten) und das exzellente Experten-Netzwerk der drei Unternehmerinnen führten dazu, das der Book Sprint am Wochenende in der Digitalwerkstatt ein großer Erfolg wurde.

Aus der Digitalwerkstatt wurde ein kreativer Open Space, in dem bis Sonntagnachmittag diskutiert, recherchiert, geschrieben und auch viel gelacht wurde. Räume zum lauten und leisen Schreiben, eine zentrale Kaffeebar sowie ein großer Kreativraum zum gemeinsamen Planen, Diskutieren und Denken halfen den Autoren beim Verfassen ihrer Beiträge.

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Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass 27 bunt zusammengewürfelte Menschen aus unterschiedlichsten Disziplinen und der ganzen Bundesrepublik soviel kreativen Output in 48 Stunden zustande bringen und dabei noch jede Menge Spaß haben. @lichtblicke_fotografie fing die inspirierende und wunderbar lockere, nahezu familiäre Stimmung perfekt ein, @melaniezucker transformierte komplexe Zusammenhänge mittels #visualstorytelling in visionäre Bildwelten und Restaurant Frau B | food&flavour Eventcatering streichelte mit ihrem leckeren Essen Leib&Seele gleichermaßen! Nun ist die Arbeit noch nicht vorbei – ganz im Gegenteil – es geht erst richtig los! Das Ergebnis wird ein spannendes Praxisbuch zu allen Aspekten der Arbeitswelt von heute (und morgen)! Danke an @agilehrrockstar, @doro_heldenspruenge, @thorvanhorn und Marion für die intensive Vorarbeit und tollen cokreativen Möglichkeiten und @dieratgeber für den exzellenten fachlich-journalistischen Input und deine erfrischende Art! Alle miteinander waren auf ihre Art positiv beeindruckend – toll, euch kennengelernt zu haben! Kommt gut nach Hause – wir sehen uns wieder!! #glücklich #cocreation #kreativrausch #kreativraum #openspace #sprint #agilehr #agilemindset #agileminds #digitaltransformation #digitalisierung #newwork #lebenszeit #dowhatyoulove #lovewhatido #diedigitalwerkstatt #changingthegame #booksprint2018 Quelle: Lisa Doneff | Lichtblicke Fotografie

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# changingthegame

Die Experten bei unserem Book Sprint 2018 kamen aus den unterschiedlichsten Disziplinen, umso inspirierender und vielschichtiger ist auch der gemeinsam generierte Output. Wichtige Impulse zum Schreiben und der Zusammenarbeit mit Verlangen konnte die Wirtschaftsjournalistin Sabine Hockling geben. Sie schreibt über die Themen Karriere, Beruf und Management und konnte sich für das Projekt Book Sprint direkt begeistern.

Der künstlerische Aspekt kam auch nicht zu kurz – der Fürther Künstler Thor van Horn sorgte mit einem gemeinsamen Tape Art-Kunstprojekt für Inspiration in den kreativen Schreibpausen: Ein dreidimensionales riesiges C scheint nun aus der Wand zu ragen und signalisiert nachhaltig das Motto des Book Sprints: Changing the Game.

Stefan Probst, ein alter Hase im Bereich der offenen Innovation, lobt abschließend: „Im Vergleich mit den vielen bunten Un-Konferenzen, Hackathons oder Jams, die wir hier im Laufe der letzten zehn Jahre bespielt und erlebt haben, braucht sich dieser Book Sprint in keinster Weise zu verstecken, sondern darf sich auf einem der vorderen Plätze einreihen!“

Wie geht es jetzt weiter?

Auch wenn das Wochenende bereits sehr erfolgreich verlaufen ist, ist die Arbeit noch lange nicht vorbei. Auf dem Programm für die nächsten Wochen stehen weitere Experteninterviews, Gespräche mit Verlagen sowie Lektorat, Illustration und Buchsatz.

Und was lernen wir daraus?

Der Book Sprint 2018 hat gezeigt, dass in kürzester Zeit eine Menge an kreativem & exzellentem Output entstehen kann. Das bloße Reden über die neuen Formen der Zusammenarbeit reicht nicht aus – es müssen Taten folgen. Wir konnten zeigen, dass (interdisziplinäre) Kollektivarbeit unkompliziert und schnell organisiert werden kann. Durch die unterschiedlichen Sichtweisen entstehen großartige Ideen, um Dinge in Bewegung zu setzen.

Neugierig geworden?
Unter https://changingthegame.de/ sind alle Autoren, weitere Informationen und Anregungen sowie eine Bildergalerie von unserem Book Sprint Wochenende zu finden.

Co Creation und Open Innovation: what's in it for me? Die Digitalwerkstatt stellt sich der Frage.

Die Welt hat sich vernetzt, die Komplexität steigt – und das WIR erlebt eine neue Konjunktur. Wir kooperieren, kollaborieren und arbeiten in vielen Bereichen des Lebens neu und anders zusammen. Im Privaten ebenso wie in Unternehmen. Ständig entstehen neue Formen des Zusammenarbeitens, das „Wir“ wird immer wichtiger als das bloße „Ich“. Neue Arbeitsformen prägen den Unternehmensalltag und erfordern innovative und flexible Lösungen. Arbeitgeber müssen lernen, ihren Mitarbeitern Raum für kreative Ideen und die flexible, persönliche Entfaltung zu bieten.

New Work, Co Learning, Open Innovation & die neue Wir-Kultur – Potenziale gemeinsam entfalten

Neue Arbeitsorte, die weder Büro noch Zuhause sind, entstehen – sog. „Third Places“. Starbucks ist wohl nicht nur bekannt wegen seines ungewöhnlichen (teuren) Kaffees, sondern weil die Kette überall kostenfreies WLAN anbietet. Dadurch ermöglichen sie individuelles Arbeiten und – gewollt oder ungewollt – eine Plattform für digitale Nomaden, die die informelle und formelle Zusammenarbeit und Vernetzung fördert.

Communities entstehen selbstorganisiert und nutzen Plattformen wie Meet Up, Facebook, Slack oder openlearning. Was ist das Ziel des Einzelnen dahinter, der aus eigenem Antrieb handelt?

Der Wunsch nach eigener professioneller Weiterentwicklung, den Blick über den Tellerrand hinaus und nach dem schnellen Lernen voneinander. Dabei treffen äußerst unterschiedliche Menschen aufeinander  – megaspannend aus Sicht von Innovationsmanagement & Design Thinking – und idealer Nährboden, um sich am Rande des eigenen Ökosystems miteinander auszutauschen und zu vernetzen.

Ob Soziale Netzwerke, neue Dienstleistungsplattformen, innovative „App-Gemeinschaften“ oder Dauer-Communities – sie alle entstehen unabhängig voneinander in verschiedensten Ausprägungen, aber oft aus ähnlichem Grund: WIR müssen uns anders organisieren für die Welt von morgen.

Das Zukunftsinstitut hat im Rahmen einer Studie dazu eine „Landkarte des Wir“ herausgebracht, die Communities nach dem Grad der Vergemeinschaftung sowie des individuellen Engagements miteinander in Verbindung setzt. Hochspannend!

Fakt ist, wir brauchen „Potenzial­entfaltungs­gemeinschaften“

Professor und Neurobiologe Gerald Hüther hat im Sommer 2015 ein Institut gegründet, das sich „Akademie für Potenzialentfaltung“ nennt. Dort möchte er Potenzialentfaltungsgemeinschaften eine Plattform bieten und in Wirtschaft, Politik und Kultur eine neue „Wir-Kultur“ zu etablieren.

Er ist der Meinung, man muss kein Zukunftsforscher sein, um vorherzusagen, dass alle Wissenschaftsdisziplinen nicht mehr weiterkommen, wenn sie nur auf die Leistung und das Denkvermögen von Einzelpersonen setzten.

„Potenziale zu entfalten heißt nichts weniger, als gemeinsam über sich hinauszuwachsen. Das heißt, wir sind nur innerhalb einer Gemeinschaft in der Lage, die in uns angelegten Potenziale zu entfalten. In einer Gemeinschaft, der wir uns zugehörig, geborgen und sicher fühlen.“ Gerald Hüther

Mich beeindruckt diese Kernaussage, weil sie so schlüssig ist. Hüther sagt, Wir-Gemeinschaften sind in ähnlicher Weise organisiert wie unser menschliches Gehirn. Nicht die Anzahl der Nervenzellen oder der Differenzierungsgrad einzelner Neuronen sei entscheidend für die Leistungsfähigkeit, sondern „das Zusammenwirken von Abermillionen Nervenzellen.“

Wichtig sei dabei die Qualität und Intensität der Verknüpfung und des Zusammenarbeitens. Ähnlich wie im Gehirn müssten auch in den Potenzialentfaltungsgemeinschaften komplexe Beziehungen abgebildet werden, die sich während des Beziehungsprozesses bilden: wenn es in einer Gemeinschaft gelingen soll, dass jedes einzelne Mitglied das in ihm angelegte Potenzial optimal zur Entfaltung bringen kann, so müsste das Zusammenwirken der vielen Einzelnen weder unter Druck noch durch Zug organisiert werden. Es dürfen also weder Not- noch Zweckgemeinschaften entstehen. Es müsste sich freiwillig herausbilden, weil die Mitglieder herausfinden und erproben wollen, wozu sie als Einzelne und sie alle als Gemeinschaft tatsächlich befähigt sind.

Co-Creation und Open Innovation – was genau bedeutet das jetzt eigentlich?

Der Begriff Open Innovation wurde 2003 von Henry Chesbrough geprägt und bezieht sich auf die Öffnung des Innovationsprozesses über die Unternehmensgrenzen hinaus. Es entsteht eine aktive Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Organisationen.

Co-Creation ist eine spezifischere Unterform von Open Innovation, wird in der Praxis aber oft synonym hierzu verwendet. Die Bezeichnung beschreibt einen offenen Prozess, der sich auf die Beziehung einer Organisation und einer genau definierten Gruppe, normalerweise die Konsumenten, bezieht.

Die daraus entstehende Win-Win-Situation liegt auf der Hand: Unternehmen lernen die genauen Bedürfnisse der Konsumenten kennen und der Kunde erhält genau das Produkt, welches er sich schon immer gewünscht hat. Es wird kollaborativ an einer Lösung gearbeitet.

Einige Open Innovation Best Practices aus der Wirtschaft

Der von Siemens ins Leben gerufene, interne Ideenwettbewerb „Quickstarter“ bietet Mitarbeitern die Möglichkeit, vier Wochen lang eine kreative Idee auf einer Online-Plattform vorzustellen. Das Besondere an dem Projekt: nicht das Management entscheidet über den Erfolg der Idee, sondern die Mitarbeiter selbst. Das zentrale Budget wird durch die „Investoren“, Mitarbeiter, die sich dafür registriert haben, verteilt. Erfolgreiche Projekte werden anschließend umgesetzt.

BASF setzt auf offene Innovationsprozesse – auf der Unternehmenswebsite wird unter „Open Innovation“ gezielt nach Innovationspartnern gesucht, die zu den vorgeschlagenen Themen einen Beitrag leisten können.

Die S-Bahn Mitteldeutschland setzte 2016 auf Open Innovation, um mit den Fahrgästen zusammen neue Ideen zu generieren. Auf einer Community-Plattform konnten die Kunden konstruktive Lösungsvorschläge abgeben, wie neue Serviceideen aussehen könnten.

Kundenideen verwirklichen mittels Co-Creation

Der Spielzeughersteller LEGO setzt auf die innovativen Ideen seiner Kunden. Mittels Co-Creation ermöglich LEGO der Online-Community, eigene Vorschläge für neue Sets einzureichen und gegenseitig darüber abzustimmen. Wenn ein Projekt über 10.000 Stimmen erhält, prüft LEGO die Idee, wählt den Gewinner aus und erstellt ein neues Bau-Set, welches weltweit verkauft wird. Der Gewinner wird auf allen Verpackungen genannt und erhält zusätzlich einen Prozentsatz des Gewinns der verkauften Artikel.

Die IKEA Kampagne „Kindern eine Zukunft schenken“ bietet Kindern aus der ganzen Welt die Möglichkeit, an einem Malwettbewerb teilzunehmen. Aus den eingeschickten Tier- und Monsterbilder werden dann die Gewinner ermittelt. Aus den besten Kreationen gestaltet IKEA Stofftiere, die in den Filialen verkauft werden.

„Wie viel Zucker brauchst du noch?“ – unter dieser Fragestellung durften Rewe Kunden online darüber abstimmen, wie süß ein Schokopudding sein soll. Nachdem der Kunden eine der vier Pudding-Varianten probiert hat, sollte er seine Meinung online angeben und für eine Sorte abstimmen. Das Konzept ging auf, die Kunden stimmten für 30 % weniger Zucker.

Netter Nebeneffekt: loyale und begeisterte Kunden

Je intensiver wir Menschen bei einer Sache mitreden dürfen und diese mitgestalten, umso mehr lieben und loben wir diese Sache oder dieses Produkt. Automatisch entwickeln sich daraus sog. „Vorverkäufer“ für das jeweilige Produkt, ohne dass das Unternehmen auch nur einen Cent zusätzliches Budget für die Vermarktung in die Hand nehmen musst.

Ungewöhnlich gewöhnlich, oder? Dahinter steckt ganz einfache Psychologie und nichts Neues.

Neu daran ist nur, den Mut aufzubringen, das Gewöhnliche auf ungewöhnliche Weise zu nutzen, um den Aha-Effekt zu erzielen.

Gut und schön, aber: What’s in it for me?

Was bringt mir das alles? Und wie viel Zeit, Geld und/oder inneres Engagement muss ich investieren, um Teil eines spezifischen Wir zu werden? Oder mit anderen Worten: Wie viel kostet mich das Wir? Und wie bringen WIR unsere PS auf die Straße?

Rund um jeden Einzelnen von uns schwirren viele Ideen, Potenziale, Technologien und Kompetenzen. Wer fühlt sich hierbei nicht auch oftmals überfordert? Meist sind wir selbst unsere größten Kritiker und behindern uns dabei, unsere PS auf die Straße zu bringen. Wir befürchten, nicht originell oder außergewöhnlich genug zu sein.

Oder du hast immer wieder gute Ideen und deinen „Plan“ bereits im Kopf. Dann kommt aber wieder irgendwas dazwischen und hält dich davon ab, deine Gedanken weiterzuspinnen und in konkrete Geschäftsideen oder Geschäftsmodelle umzusetzen. Du hast ein Konzept, bist aber der Meinung, es fehlen noch zu viele Details und das gewisse Etwas. Oder es hapert daran, dass du dich vom Daily Business und dem nie endenden Hamsterrad ständig davon ablenken lässt, die Sache rund zu machen. „Die Arbeit muss ja gemacht werden“, denkst du. „Um das andere kümmere ich mich dann nächste Woche oder wenn ich mal Zeit und Muse habe.“

Kleine sowie große Unternehmen stecken übrigens im gleichen Dilemma. Von Kunden höre ich noch dazu immer wieder die Aussage: „Das haben wir vor Jahren schonmal alles probiert.“ Oder „Die Idee gab es damals schon.“ Oder auch gut: „In unserer Branche wurde bereits alles erfunden.“

Eine Denkweise, die zum Scheitern verurteilt ist. Heutzutage ist eine gute Innovationskultur wichtiger denn je. Möglichkeiten haben wir heute soviel wie nie zuvor. Innovationszyklen werden immer kürzer, permanent erfahren wir von neuen Ansätzen und Vorgehensweisen.

Doch was macht das mit uns? Es verursacht Stress und Selbstzweifel: „Kann ich da noch mithalten? Reichen meine Kompetenzen?“ Selbstdarstellung wird immer wichtiger: Überzeugend präsentieren, visualisieren, technologisch am Ball bleiben. Dazu gutes Auftreten, schnelles Reagieren, Mut haben. Und mittlerweile beherrschen diese Kunst erstaunlich viele – leider nach wie vor auch viele, bei denen mehr Hülle als Inhalt vorhanden ist.

„Innovation happens at the edge“

Was also tun?

Es muss nicht der perfekt organisierte Design Thinking Workshop sein.

Auch aus zufälligen Gesprächen an der Kaffeetheke kann ein neues Produkt oder eine interessante Kooperation entstehen. Wichtig ist, es sich zu öffnen und mal neue Wege zu gehen. Mal was anders zu machen. Sich selbst zu hinterfragen. Sein „Warum“ zu kennen. Beim Durch-die-Stadt-Laufen mal nicht auf dem Handy zu daddeln, sondern bewusst zu beobachten und Verhaltensmuster zu entdecken. Dinge, die wir im Service Design Workshop lernen, mal für uns selbst auszuprobieren.

Das bedeutet mutig zu sein. Unbequeme Wege zu gehen. Wohlfühlzonen zu verlassen. Und auch mal aufs Glatteis zu gehen und auszurutschen. Sich bewusst neuen Ansätzen stellen, die eigentlich überhaupt nicht sein Ding sind.  Scheitern. Und daraus lernen.

Wissen preiszugeben – ohne Angst zu haben, dass es einem jemand klaut. (Wissen ist ja schließlich das Einzige, das sich vermehrt, wenn man es teilt.)

Ergo?

  • Kläre dein eigenes Warum.
  • Schaffe deine eigene Potenzialentfaltungsgemeinschaft. Egal wie und egal wo.
  • Probiere aus. 100% Perfektion ist nicht das Ziel, sondern schnelles Lernen, um Probleme im Kontext des Nutzers zu lösen!
  • Finde die wahren Schmerzpunkte deiner Kunden/Nutzer mittels Design Thinking!
  • Verliere keine Zeit mit zuviel Perfektion, Diskussion und Bedenkenträgertum, sondern setze um und lerne!
  • Sammle möglichst schnell alle Arten von Nutzerdaten und ziehe daraus die richtigen Schlüsse!
  • Gib nicht zu schnell auf und zieh dein Ding durch! Nicht „Everybody’s Darling“ ist erfolgreich, sondern derjenige, der mutig genug ist!
  • Arbeite agil, ad hoc und vernetzt mit Menschen über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinweg zusammen!
  • Löse dich von der Bewahrermentalität und sei neugierig und offen für die Chancen der Digitalisierung!

Erfolgreich und innovativ können nur diejenigen sein, die offen und aktiv nach breitem Wissen suchen, um dadurch bessere, innovativere und erfolgreichere Ideen zu entwickeln. Und sich selber dadurch stärken. Ganz im Sinne von OPEN FIRST.

Und was ist meine aktuelle „Potenzialentfaltungsgemeinschaft“?  Gemeinsam mit zwei anderen Neudenkerinnen organisiere ich aktuell den HR Booksprint „Changing the Game“. Es ist für mich eine Challenge aus der Welt der Open Innovation. Ich wollte die für mich passende Dosis an Unbekanntem und gleichzeitig die richtige Balance zwischen Herausforderung und Komfortzone. Vom 15. -17.6.2018 ist es soweit. Gut 30 Autoren und Autorinnen haben sich freiwillig und aus Eigeninitiative zusammengeschlossen, um neue Spielregeln zu gestalten. Es bleibt spannend.

Design Thinking as a Snack: Design Dash - ein Experiment von der HPI D-School

Möchtest du statt langem Einlesen eine schnelle, praktikable Einführung in das Design Thinking finden?

Also Innovation mit Design Thinking in einer Stunde?

Molly Clare Wilson, Dozentin an der HPI School of Design Thinking, hat das „Design Dash“ Template entwickelt, in dem man den Desing Thinking Prozess in 60-90 Minuten komplett durchläuft! Du brauchst einzig ein paar Leute, um das durchzuspielen!

Mit dem Design Dash kannst du direkt loslegen!

Der Design Dash ist eine schöne Design Thinking Übung zum Selbsterkunden des nutzerzentrierten Innovationsprozesses. Natürlich ist das kein Abbild eines echten Design Thinking Prozesses im Unternehmen, bei dem nach neuen Lösungen für Produkte oder Services gesucht wird. Aber es ist eine super Experimentiermöglichkeit, um mal zu Schnuppern und die Scheu zu verlieren, direkt ins Tun zu kommen ohne große Reden zu schwingen.

Hier kannst du dir das Design Dash Template direkt herunterladen.

Die Digitalwerkstatt bietet am Donnerstag, den 28. Juni 2018 um 18:00 Uhr die Möglichkeit, erste Einblicke in Mindset und Arbeitsweise mit Design Thinking zu bekommen. Save the Date! Weitere Infos folgen in Kürze!

 

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Digitize or Die! Von den Methoden der Start Ups lernen

Kurzzusammenfassung zum IT Unternehmerevent, Schloß Thurnau, 21.06.2017

Der IT-Cluster Oberfranken e. V. lud heute zum zehnten IT-Unternehmer Event ins Schloss Thurnau ein. Gleichzeitig war dies die Kickoff-Veranstaltung der Digitalen Gründerzentren in Oberfranken. Das Motto lautete: ‘Digitize or die’ – Erfolgreich digitalisieren mit den Methoden der Startups.

Wie können mittelständische Unternehmen ihre eigene Digitale Transformation vorantreiben? Wie bleiben sie wettbewerbsfähig? Digitize or die – Philipp Depiereux ist überzeugt: Die Digitalisierung wird bestehende Wirtschaftsmuster tiefgreifend verändern und wer jetzt nicht digitalisiert, überlässt die Wertschöpfung anderen.

Der Gründer und Geschäftsführer der Digitalberatung und Startup-Schmiede etventure beschäftigt sich seit jeher mit Innovationsprojekten. Erst als Berater, dann als CEO eines mittelständischen Unternehmens mit 250 Mitarbeitern. Seit sieben Jahren setzt er direkt und unmittelbar die digitale Transformation von Unternehmen um – sowohl innerhalb der bestehenden Kernorganisation als auch durch den Aufbau neuer digitaler Geschäftsmodelle. Mit vielen interessanten Beispielen zeigte er uns, wie digitales Neugeschäft mit Startup-Methoden in Unternehmen erfolgreich umgesetzt und wie durch aktiv eingebundene Mitarbeiter die Digitale Transformation gelingen kann.

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